Ein Polizeiaufgebot in der Stockacher Oberstadt hat am Montagabend rund um das Bürgerhaus Adler-Post Aufmerksamkeit erregt. Der Grund dafür war, dass die Alternative für Deutschland (AfD) ihren Landtagskandidaten für den Wahlkreis Konstanz-Radolfzell aufstellen wollte. Aufgrund einer Pattsituation bei der Abstimmung kam es nicht dazu: Kandidat Thorsten Otterbach bekam zwei Ja- und zwei Nein-Stimmen. Daneben waren sieben nicht stimmberechtigte Mitglieder dabei.

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Die Polizei sah offenbar die Notwendigkeit zu einem Einsatz: In der Vergangenheit sei es „landes- und bundesweit vereinzelt zu Aktionen in Zusammenhang mit ähnlichen Veranstaltungen der AfD„ gekommen, schreibt Marcel Ferraro von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit beim Polizeipräsidium Konstanz auf Anfrage. Dazu könnte auch passen, dass die AfD die Veranstaltung bei der Presse erst am selben Morgen bekannt machte. Die zuständige Stelle bei der Polizei habe entschieden, dass Beamte vor Ort sein sollten, so Ferraro weiter. Konkrete Hinweise auf Ordnungsstörungen oder Straftaten habe es nicht gegeben, der Einsatz sei ohne Vorkommnisse verlaufen. Zur Zahl der eingesetzten Beamten machte er indes keine Angaben.

AfD will ihren Kandidaten für den Nachbarwahlkreis nominieren

Doch warum war die AfD überhaupt in Stockach zu Gast, wo es doch um den Landtagskandidaten des Nachbarwahlkreises ging? Andrea Zürcher, stellvertretende Vorsitzende und Pressesprecherin des AfD-Kreisverbands Konstanz, begründet dies mit der optimalen Größe des Raums, um den Corona-bedingten Abstand einzuhalten. Laut dem Stockacher Hauptamtsleiter Hubert Walk war der Raum aufgrund der Corona-Pandemie für 58 Personen zugelassen – elf Personen waren am Ende anwesend.

Laut Zürcher habe die Partei das Bürgerhaus Adler-Post zudem schon zuvor für eine Neuwahl des Vorstands nutzen dürfen. Wann und wo nach der Pattsituation eine weitere Aufstellungsversammlung stattfinden soll, sei noch nicht klar – innerhalb der nächsten vier Wochen, lautet Zürchers Prognose. Der Landtagskandidat für den Wahlkreis Singen-Stockach solle in der ersten Dezember-Woche im Raum Singen nominiert werden. Sie selbst strebt die Kandidatur an, wie am Montagabend deutlich wurde.

Der AfD-Kreisverband Konstanz habe Ende September für eine nicht-öffentliche Parteiveranstaltung am vergangenen Montag angefragt, schreibt Hauptamtsleiter Hubert Walk auf Anfrage. Eine Beschränkung habe es Corona-bedingt bei der Teilnehmerzahl gegeben. „Weitere Absprachen gab es nicht“, erklärt Walk. Der Hauptamtsleiter vermeidet eine politische Positionierung. Entsprechende Fragen ließ er unbeantwortet.

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