Mit Hütten im Außenbereich von Espasingen soll künftig anders umgegangen werden. Dies beschloss der Ortschaftsrat in seiner jüngsten Sitzung. Einheitlich wurde der Beschluss gefasst, genau nachzuprüfen, ob diese auch wirklich zulässig sind. Das Baugesetzbuch regelt in Paragraf 35, was erlaubt ist oder was nicht:

„Eine Beeinträchtigung öffentlicher Belange liegt insbesondere vor, wenn das Vorhaben Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, des Bodenschutzes, des Denkmalschutzes oder die natürliche Eigenart der Landschaft und ihren Erholungswert beeinträchtigt oder das Orts- und Landschaftsbild verunstaltet.“
§ 35 Abs. 3 Satz 5 Baugesetzbuch

In der jüngsten Vergangenheit war es in Espasingen des Öfteren zu Beschwerden durch Anwohner gekommen. Diese stören sich nicht nur am Anblick der Hüttenbauwerke, die aktuell an vielen Ecken und Enden Espasingens aus dem Boden sprießen, sie sehen vor allem das Landschaftsbild gestört. Genau genommen handelt es sich um etwa zwölf Hütten oder Ansammlungen dieser, die man von der Luft aus um Espasingen herum erkennen kann.

Drei besonders kritische Fälle

Im Ortschaftsrat wurden drei davon als besonders kritisch beschrieben: Auf einem Grundstück „Am Weiher“ gibt es einen Nutzer, der nicht nur eine Hütte sondern gleich sechs gebaut habe. Hierzu sagte Ortschaftsrat Gerhard Seeberger: „Das Problem, wenn jemand mehrere Hütten hat, ist, dass es immer noch mehr werden.“

Auf einem weiteren Grundstück bei „Länder“ sei eine Hütte deutlich größer als die 20 Kubikmeter, die für eine nicht genehmigte Hütte gestattet seien. Alles, was größer sei als dies, müsse genehmigt werden, erklärte Ortsvorsteher Andreas Bernhard. Ortschaftsrat Felix Schmitt ist sogar der Meinung, dass eine Hütte, die unerlaubt so groß gebaut worden sei, entfernt werden müsse. Er sagte jedoch, dass jedem Grundstück eine kleine Hütte für Gartengerätschaften zugestanden werden solle.

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Ein dritter Fall, der vielen Bürgern ein Dorn im Auge ist, ist eine Hüttenanlage am Kapf: hier ist seit ein paar Jahren unerlaubt eine massive Außenanlage mit Hütte, Pool und Spielplatz entstanden. Sie scheine eindeutig zur Freizeitgestaltung da zu sein, sorge regelmäßig für Lärmbelästigung und dafür, dass viele parkende Autos die Seestraße auf Höhe des Obstgroßmarkts blockierten. Zudem störe sie den Jäger und behindere dessen Arbeit.

Baurechtsamt soll Standorte prüfen

Die Mitglieder des Ortschaftsrat waren sich darin einig, dass die genannten Fälle dem Baurechtsamt in Stockach gemeldet werden müssen, denn der Rat sei, so Andreas Bernhard, auch für die Landschaft um Espasingen herum zuständig. Das Baurechtsamt müsse dann prüfen, ob die Hütten bleiben können, oder ob etwas unternommen werden muss.

Andreas Bernhard berichtete allerdings, dass Fälle wie diese bereits des Öfteren nach Stockach gemeldet worden seien – passiert sei jedoch nichts. Seit gut 15 Jahren sei in Espasingen keine Hütte mehr abgerissen worden. Es sei also an der Zeit, dass etwas geschehe. Denn ordnungspolitisch wolle man Bereiche haben, die sich in die Landschaft einfügen.