Zehn Jahre lang war Roman Brandys in der Führung der Abteilung Kernstadt der Feuerwehr Stockach aktiv, davon fünf Jahre lang als stellvertretender Kommandant und fünf Jahre als Kommandant. „Ich muss aus familiären und beruflichen Gründen kürzertreten und stelle mich deshalb heute nicht mehr zur Wahl“, erklärte Brandys. Zu seinem Nachfolger wurde sein bisheriger Stellvertreter Oliver Braunstein gewählt, und das bei einer Abteilungsversammlung der etwas anderen Art, was sowohl die Örtlichkeit als auch das Prozedere betraf.

Wegen der Corona-Bestimmungen wurde die Abteilungsversammlung der Stockacher Kernstadt-Feuerwehr ausnahmsweise – und mit ungewohnter Sitzordnung – im Bürgerhaus Adler-Post abgehalten.
Wegen der Corona-Bestimmungen wurde die Abteilungsversammlung der Stockacher Kernstadt-Feuerwehr ausnahmsweise – und mit ungewohnter Sitzordnung – im Bürgerhaus Adler-Post abgehalten. | Bild: Reinhold Buhl

Bisher fand die Versammlung immer im Schulungsraum des Feuerwehrgerätehauses an der Zozneggerstraße statt. Wegen Corona wurde dieses Jahr im großen Saal des Bürgerhauses Adler-Post getagt. Bürgermeister Rainer Stolz überprüfte höchstpersönlich, ob die vorgeschriebenen Stuhl-Abstände eingehalten wurden.

Kein Zweifel an neuem Gerätehaus

Rainer Stolz hatte auch Neuigkeiten über das geplante neue Gerätehaus im Gepäck. „Sicherung der Zukunft ist unser gemeinsames Thema“, betonte der Bürgermeister. Vorgesehen dafür ist ein Grundstück am Adler-Kreisel im Ortsteil Hindelwangen. Im Moment seien diesbezüglich „noch einige Hausaufgaben zu machen“.

So müsse man noch einmal prüfen, ob die Größe des Grundstücks auch wirklich ausreiche. Ein Faktor ist laut dem Verwaltungschef die Zizenhauser Aach, die hinter dem Grundstück verläuft. Da stelle sich die Frage, ob man ein neues Gerätehaus an diesem Standort so realisieren könne wie vorgesehen, so Rainer Stolz. Und er sagte auch, dass die finanzielle Lage der Stadt im Moment das Projekt nicht erlaube.

Dass ein neues Gerätehaus kommen soll, daran ließ der Bürgermeister indes keinen Zweifel: „Es ist unser klares Ziel, die benötigten Gelder zusammenzubringen.“ Und: „Das alte Gerätehaus ist nicht mehr tauglich.“ In seiner Rede sprach Stolz zudem von einer „sonderbaren, ungewohnten, aber entscheidungsstarken Veranstaltung“. Er dankte den Anwesenden für deren ehrenamtlichen Einsatz für das Gemeinwohl und hob „die hohe Qualität der Wehr„ hervor.

Noch immer kein Kreisbrandmeister

In einem längeren Grußwort bedankte sich Uwe Hartmann, Kommandant der Stockacher Gesamtwehr und stellvertretender Kreisbrandmeister, bei den Mitgliedern der Kernstadt-Wehr für die geleistete Arbeit. Er berichtete von der guten Zusammenarbeit der Stadtteil-Wehren untereinander.

Auch der immer noch fehlende Kreisbrandmeister fand Hartmanns Erwähnung. Der bislang letzte Inhaber der Stelle, Carsten Sorg, hatte im Februar Abschied genommen, um wieder in seiner Heimat im Enzkreis zu arbeiten. Ein Nachfolger sei bereits gefunden gewesen, sagte Marlene Pellhammer, Pressesprecherin des Konstanzer Landratsamtes, bereits vor einiger Zeit. Dieser habe aber kurz vor Antritt der Stelle im März überraschend aus persönlichen Gründen abgesagt, so Pellhammer damals weiter.

Derzeit laufe das Bewerbungsverfahren für einen neuen Kreisbrandmeister, sagte Hartmann nun bei der Feuerwehr-Versammlung. Er hoffe, dass man „bis Ende Juli einen neuen Kreisbrandmeister“ habe. „Ein ereignisreiches Jahr und die Ära Roman Brandys gehen heute zu Ende,“ schloss Uwe Hartmann seine Ausführungen.

Kurze Rückblicke auf das Jahr 2019

Auch große Teile des Programms der Versammlung liefen anders ab als gewohnt. So präsentierten die Vorstandsmitglieder nur verkürzte Berichte über das Geschehen im Jahr 2019, und bei den Ehrungen und Beförderungen gab es nicht wie gewohnt den Handschlag des Kommandanten.

Auch Präsente an die Geehrten wurden mit Abstand übergeben. Da war dann eine Geste herzerfrischend und erinnerte an alte Tage, als nämlich Oliver Braunstein seinem Bruder Philipp zu dessen Beförderung zum Löschmeister mit einer herzlichen Umarmung gratulierte, die in diesem Falle unter Familienangehörigen erlaubt war.

Engagement für den Nachwuchs

Auch wenn die oben angesprochenen Berichte kurz ausfielen, boten sie viel Interessantes. So berichtete Kassenwart Bernd Zimmermann von einem erfreulichen Kassenbestand, Schriftführerin Katja Muffler ließ das vergangene Jahr, in welchem 26 Proben und viele Fortbildungen stattfanden, Revue passieren und Christine Oßwald, die für die Brandschutzerziehung zuständig ist, unterstrich mit ihrem Vortrag deren Wichtigkeit. Unter ihrer Führung haben 1.067 Kindergartenkinder und 1.183 Schüler eine Erziehung zum Brandschutz durchlaufen.

Dass die Jugendfeuerwehr inzwischen ihren festen Platz in der Kernstadt-Wehr hat, unterstrichen Lena Zimmermann und Juliane Weber mit ihrem kurzweiligen Vortrag. Mit 41 Mitgliedern, davon elf Mädchen und 30 Jungs, hat die Truppe 2019 ein vielseitiges Programm absolviert und die Feuerwehr bei diversen Jugendveranstaltungen vertreten.

Immer mehr Verkehrsunfälle

Weniger erfreulich war der Bericht von Pressesprecher Fabian Dreher. Er sprach über die 135 Einsätze – von Tierrettung über Türöffnungen und Bränden bis zu technischen Hilfseinsätzen. Am häufigsten sei die Wehr allerdings zu Verkehrsunfällen gerufen worden. Deren Zahl nehme immer mehr zu.

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