Bei der Tafel Stockach hat sich seit dem Umzug in die neuen Räume in der Heinrich-Fahr-Straße 1a fast alles eingespielt. Inzwischen sind auch die langersehnten neuen Regale eingetroffen und eingeräumt, im hinteren Bereich gibt es eine kleine Sitzecke für die Helfer und auch der Eingangsbereich mit der neuen Terrasse ist fertig. Lediglich ein paar Kleinigkeiten wie die Schiebetür zum Büro fehlen noch.

Hilfe von mehreren Seiten

Margot Kammerlander, die die Tafel Stockach seit knapp vier Jahren leitet, ist begeistert: „Ich bin so glücklich, dass wir den Laden jetzt haben. Wir haben viel ehrenamtliche Zeit und Geld investiert, aber das hat sich gelohnt.“ Von mehreren Seiten kam Unterstützung.

An der Finanzierung der Terrasse habe sich die Stadt sofort mit der Hälfte der Kosten beteiligt, erzählt sie. Die neuapostolische Kirche habe den Sonnenschutz gespendet und die Bürgerstiftung das Hygieneglas und den Handlauf zum Terrassenaufgang. „Und der THW Ortsverband Stockach hat uns spontan beim Umzug der schweren Geräte geholfen, als unser Fahrzeug in der Werkstatt war“, zeigt sie sich dankbar.

Auch die Helferinnen fühlen sich wohl in den neuen Räumlichkeiten, in denen es hell und luftig ist. Vier Stammkräfte fehlten noch immer wegen der Corona-Pandemie, erzählt Margot Kammerlander. „Zwei von ihnen kommen wohl wieder, wenn sie geimpft sind. Wir haben auch zwei neue hinzugewonnen und eine dritte in Aussicht“, sagt Kammerlander. Es sei schön, dass jüngere Mitarbeiter hinzukämen. Sie seien fitter und könnten beim Tragen schwerer Kisten helfen.

45 bis 50 Kunden pro Tag

„An einem Öffnungstag haben wir 45 bis 50 Kunden“, berichtet die Leiterin. Manche hätten Angst, dass man sie erkenne, sie schämten sich, bei der Tafel einkaufen zu müssen. Diese Angst sei jedoch völlig unbegründet. Das bestätigen andere Kunden: Sie sitzen nach dem Einkauf noch auf der Bank der Terrasse und unterhalten sich.

„Einige kommen einfach auch her, um mit Leuten zu sprechen. Für manche ist es die einzige Gelegenheit, mit anderen zu reden“, sagt Udo Engelhardt, Vorsitzender der Tafeln im Kreis Konstanz. Natürlich würde auch draußen immer darauf hingewiesen, dass der Abstand eingehalten werden müsse.

Auffällige Schriftzüge zieren die großen Scheiben des neuen Tafelladens in der Heinrich-Fahr-Straße 1a in Stockach.
Auffällige Schriftzüge zieren die großen Scheiben des neuen Tafelladens in der Heinrich-Fahr-Straße 1a in Stockach. | Bild: Marinovic, Laura

Aktuell haben 108 Personen eine Kundenkarte. Zu den Kundenzahlen erklärt Engelhardt: „Es waren im letzten Jahr insgesamt deutlich weniger. Überall gab es Einbrüche aus unterschiedlichsten Gründen: Die Mobilität in Corona-Zeiten ist schwieriger, Menschen meiden gemeinsame Autofahrten, scheuen sich, unter Leute zu gehen.“ Doch die Zahlen steigen wieder. In manchen Städten seien sie schon wie vorher, in anderen wie Singen und Konstanz gingen sie darüber hinaus.

Ein Einkauf pro Tag

Die Kundenkarte wird mit einem Scanner eingelesen. Damit wird sichergestellt, dass der Kunde nur einmal pro Öffnungstag zum Einkaufen kommt. Außerdem gibt es automatisch einen Nachweis, wer wann da war. Dieser Nachweis ist somit ein Baustein im Sicherheitskonzept der Tafel. Margot Kammerlander erklärt: „Wir haben alles für die Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden getan, was möglich ist. Das schätzen alle sehr, niemand hat Angst, sich hier anzustecken.“

Testzentrum direkt nebenan

Desinfektionsmittel, Handschuhe und FFP2-Masken werden vom Verein Singener Tafel, zu dem auch die Tafeln in Konstanz, Engen, Radolfzell und Singen gehören, gestellt. An den Theken sind Plexiglas-Scheiben installiert und ein Luftreinigungsgerät sorgt für saubere Luft. Seit wenigen Tagen befindet sich das Testzentrum der Stadt gleich nebenan, sodass sich die Helfer vor der Arbeit testen können.

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Die Tafel selbst hat auch Selbsttests für die Mitarbeitenden vorrätig. „Außerdem haben wir noch unsere kleinen Einkaufswagen. Damit ist jeder Kunde unterwegs. So wird automatisch Abstand gehalten“, sagt Margot Kammerlander. Die Wagen erleichterten vor allem älteren Kunden das Einkaufen sehr, betont Udo Engelhardt. Bisher mussten sie ihren Korb durch den ganzen Laden tragen. „Die Tafel hier ist die erste im Kreis Konstanz, die Wagen hat.“

Sobald die allgemeine Lage es zulässt, möchte die Tafel Stockach ihre neuen Räumlichkeiten der Bevölkerung bei einem Tag der offenen Tür vorstellen. Tafel-Leiterin Margot Kammerlander sagt: „Es geht darum, die Akzeptanz für die Tafel zu erhöhen, Hürden zu überwinden und weitere Unterstützer zu gewinnen.“