Stockach hat einen prägenden Fasnachter verloren. Edmund „Mundi“ Merz ist kürzlich im hohen Alter von 96 Jahren gestorben. Dies teilt das Narrengericht mit, dem Merz von 1975 bis zum Dreikönigstag 1987 angehörte. Zehn Jahre lang, bis einschließlich zur Fasnacht 1986, prägte Merz dort die närrische Figur des Hans Kuony, die Zentralgestalt der Stockacher Fasnacht, heißt es in der Mitteilung weiter.

Doch Merz habe auch eine ganze Generation von Narren für die Fasnacht begeistert, erzählt Narrenrichter Jürgen Koterzyna. Einige von ihnen sind derzeit in entscheidenden Funktionen im Narrengericht aktiv oder waren es zwischenzeitlich. „Auch mit über 70 Jahren war es für ihn kein Problem, sich zu uns 30-Jährigen an den Tisch zu setzen und uns viel zu erzählen“, erinnert sich Koterzyna. Und die Jüngeren hätten die Anwesenheit von Merz immer sehr genossen. Bis ins hohe Alter sei Merz bei den Veranstaltungen dabei gewesen, sagt der Narrenrichter: „Mit Mundi verlieren wir einen einzigartigen Narren, einen guten Freund und einen wertvollen Menschen“, so Koterzyna.

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Die närrische Laufbahn von Edmund „Mundi“ Merz, der am 23. August 1923 geboren wurde, begann laut der Pressemeldung unmittelbar nach der Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft bei der Zimmerergilde. Durch seine gewinnende und leutselige Art sei er rasch aufgestiegen und 1966 Hermann Ramsperger als Zimmerermoschter gefolgt, heißt es dort. Dieses Amt bekleidete er für neun Jahre, bis er 1975 ins Narrengericht berufen wurde.

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Auch auf der Bühne bei bunten Abenden sei Merz öfter anzutreffen gewesen, schreibt Archivar Marcel Reiser in seiner Mitteilung. Gerne habe er in geselliger Runde gesungen und sei insbesondere bei närrischen Liedern sehr textsicher gewesen. Sowohl bei der Zimmerergilde als auch im Narrengericht habe Merz besonders die jungen Narren an seinem reichen, närrischen Erfahrungsschatz teilhaben lassen. Bis zuletzt freute sich Merz auch über Besuch vom Narrengericht. So feierte er im Kreis von Gerichtsnarrenkollegen noch seinen 95. Geburtstag.

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