Ein roter Faden zog sich durch die Generalversammlung des Musikvereins Stockach. Wann immer die Rede von Veranstaltungen oder Konzerten war, musste gleichzeitig zumeist auch von deren Ausfall oder Verschiebung berichtet werden.

Doch nicht nur die Berichte durchzog dieser rote Faden, auch die Versammlung selbst war geprägt von Ausfall. Sie wird sicherlich als eine der kürzesten in die 310-jährige Geschichte des Traditionsvereins eingehen. Denn in diesem Jahr gab es coronabedingt keinen Platz für das traditionelle musikalische Eröffnungsstück, das normalerweise zu den Höhepunkten der Generalversammlung zählt.

Oktoberkonzert darf stattfinden

„Wenn wir Musiker unter uns sind, dürfen wir spielen, jedoch nicht, wenn Gäste im Raum sind“, erklärte Stadtmusikdirektor Helmut Hubov, der langjährige Dirigent und musikalische Leiter des erfolgreichen Orchesters. Dies gelte jedoch nicht beim diesjährigen Oktoberkonzert der Stadtmusik am Sonntag, 31. Oktober, um 17 Uhr in der Jahnhalle.

Wenn der herausragende Trompeter Thomas Gansch aus Österreich zusammen mit dem Stockacher Orchester spielen wird. „Das wird ein Hochgenuss“, versichert Manfred Wittig, der wiedergewählte Vorsitzende des Musikvereins, dem die Vorfreude auf das Konzert förmlich anzusehen war.

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Auch Dirigent Hubov ist froh, dass es wieder losgehen kann. „Wir hatten so viele Pläne, die wir nicht umsetzen konnten und sind nun froh, dass diese Situation ein Ende zu haben scheint,“ ergänzte er.

Die Hoffnung starb zuletzt

Auch wenn das vergangene Vereinsjahr von vielen Ausfällen von Veranstaltungen und Konzerten geprägt war, gelang es der Schriftführerin Claudia Kramer doch, ein paar Vereinsaktivitäten der Vergangenheit Revue passieren zu lassen.

„Das Jahr 2020 bildet wohl den kürzesten Bericht in unserer Vereinsgeschichte ab,“ begann Kramer ihre kurzen Ausführungen, um dann schon mit folgendem Satz zu schließen: „Und so beendeten wir das Jahr 2020 mit viel Hoffnung und Optimismus, dass 2021 wieder alles normaler wird“, eine Hoffnung, die sich nicht erfüllt hat.

Dass Corona auch finanziell negativ zu Buche schlägt, musste Kassiererin Melanie Engst in ihrem Kassenbericht feststellen, denn das Vereinsjahr schloss mit einem Verlust ab.

Ehrennadeln und Urkunden

Zu einem erfreulichen Part der Versammlung trug Jonas Teige, Vizepräsident des Blasmusikverbands Hegau-Bodensee, bei. Er zeichnete sechs Mitglieder des Orchesters für langjähriges musikalisches Wirken mit einer Ehrennadeln und Urkunden aus.

Geehrt wurden: Janine Gabele (10 Jahre), Patrick Hanser (20 Jahre), Robert Stefan (25 Jahre), Claudia Kramer, Heike Manz-Salzmann und Manuela Wurst (je 30 Jahre). Robert Stefan erhielt auch die Ehrennadel in Silber vom Bund Deutscher Blasmusikverbände (BDB).Teige unterstrich in seiner kurzen Laudatio auch die gute Zusammenarbeit, die zwischen MV Stockach und dem Verband herrsche.

Vorsitzender wird wiedergewählt

Bürgermeister Rainer Stolz, bekennender Fan des Stockacher Orchesters, übernahm die Entlastung der Vorstandschaft, die einstimmig erfolgte. Er bedankte sich für die geleistete ehrenamtliche Tätigkeit der Mitglieder. Er leitete auch die Wahl des Vorsitzenden.

Diese konnte schnell abgehandelt werden: Einstimmig wurde der bisherige Vorsitzende Manfred Wittig wieder gewählt, dessen große Beliebtheit man am Applaus der Mitglieder ablesen konnte. Wittig, der das Amt seit 2017 inne hat, bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen.

„Ich freue mich auf zwei weitere Jahre, die ich mit meinem fantastischen Team zusammenarbeiten darf“, erklärte Wittig. Er blickte allerdings mit seinem abschließenden Satz in seine Zukunft als Vorsitzender: „Langsam denke ich schon daran, das Amt in jüngere Hände zu legen – aber das ist noch Zukunftsmusik.“