Die Einschränkungen der Corona-Pandemie betreffen alle Menschen. Soziale Kontakte sind praktisch abgeschnitten, Sport darf nur alleine oder zu zweit stattfinden. Wie gehen Sportvereine mit dieser Situation um, in der weder das gewohnte Training, noch Wettkämpfe oder sonstige Veranstaltungen wie Feste oder Turnschauen stattfinden können? Die Vorsitzenden des TV Jahn Zizenhausen, Stefan Tresp, und der TG Stockach, Lorenzo Patone, erzählen, wie ihr Vereinsleben aktuell aussieht.

Stefan Tresp sagt: „Um mit unseren Mitgliedern allgemein in Kontakt zu bleiben, haben wir unsere Quartals-Vereinszeitschrift TV-Info. Hier weisen wir regelmäßig auf die Entwicklungen hin.“ Die Zeitschrift wird kostenlos an alle Haushalte in Zizenhausen verteilt, kann aber auch über die Vereinshomepage www.tv-zizenhausen.de aufgerufen werden.

Echtes Hallentraining ist nicht zu ersetzen

Die Hallen sind geschlossen sind, es ist schon länger kein Präsenz-Training möglich. Das treffe beispielsweise den Bereich Badminton hart, denn Badminton könne man eben nicht im Wohnzimmer spielen, sagt Tresp. „Die eher leistungsorientierten Gruppen, insbesondere aus der Aerobic, bieten virtuelles Training an.

Der Turnverein kann wie alle anderen Vereine keine Präsensveranstaltungen angehen. Hier ein Auftritte des Showteam Phoenix vor der Pandemie.
Der Turnverein kann wie alle anderen Vereine keine Präsensveranstaltungen angehen. Hier ein Auftritte des Showteam Phoenix vor der Pandemie. | Bild: TV Jahn Zizenhausen

Gleiches gilt auch für unser Showteam Phoenix, das sich damit leider nur sehr eingeschränkt auf das Jahreshighlight, die World Gym for Life Challenge im Juli in Lissabon, vorbereiten kann“, bedauert Tresp. Das echte Hallentraining könne man einfach nicht ersetzen.

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Innerhalb des Vorstandes halten sie mittels Mail Kontakt. Stefan Tresp sagt: „Über die aktuellen Landesverordnungen und die damit verbundenen Einschränkungen oder Lockerungen im Trainingsbetrieb informieren wir alle Übungsleiter zeitnah ebenfalls per Mail.“ Er ist froh, dass keine Abmeldungen von Mitgliedern mit Bezug auf die Pandemie eingegangen sind – Neumitglieder kämen andererseits natürlich auch kaum hinzu.

Training per Videokonferenz

Lorenzo Patone, Vorsitzender der TG Stockach, zeichnet ein ähnliches Bild von seinem Verein. In einigen Abteilungen laufe Corona-bedingt zurzeit gar nichts. Dazu zählten Schwimmen, Basketball, Volleyball und Leichtathletik. Es gebe den Tipp an alle, sich eigenständig fit zu halten. „Da ist die Disziplin jedes Einzelnen zuhause gefragt“, sagt Lorenzo Patone.

Er selbst setzt auf Joggen, Radfahren, Skilanglauf oder auch Walken und Spazierengehen. „Hauptsache draußen an der frischen Luft“, betont er. Schließlich säßen die meisten schon den ganzen Tag vor dem Bildschirm – die Kinder beim Fernunterricht, die Eltern im Homeoffice. Da tue etwas Abwechslung gut. Patone bedauert sehr, dass in der Kinder-Leichtathletik momentan nichts möglich ist. Er hoffe einfach, dass die Eltern ihre Kinder motivieren und vielleicht gemeinsam mit ihnen Sport treiben.

Bodense-Crosslauf-Serie soll stattfinden

Die Handballabteilung schickt Videos an ihre Sportler. In diesem Bereich werde auch von den Verbänden viel zur Verfügung gestellt, so Patone. Außerdem zieht der Trainerstab des Vereins Online-Angebote in der Abteilung Turnen, Fitness- und Gesundheitssport auf. So bietet etwa Abteilungsleiterin Ellen Hartmann Cardiofitness an, Übungsleiterin Alexandra Schwab-Strauß macht Rückenfitness per Zoom-Videotelefonkonferenz.

Läufer bei der Hegau-Bodensee-Crosslaufserie im Dezember 2019 auf der freien Wiese in Hindelwangen.
Läufer bei der Hegau-Bodensee-Crosslaufserie im Dezember 2019 auf der freien Wiese in Hindelwangen. | Bild: Claudia Ladwig

Eine gute Nachricht hat der Vereinsvorsitzende dann doch noch: Die beliebte Hegau-Bodensee-Crosslauf-Serie wird stattfinden. Zwar anders als sonst, nämlich virtuell, aber immerhin. Man befinde sich in den Endzügen der Planung, sagt er. Klar ist, dass es wieder vier Läufe geben wird, von denen die drei besten gewertet werden.

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Die Strecken bleiben gleich wie bisher, nur die Stockacher Strecke ist neu. Sie führte bisher auch über abgesteckte Pfade auf der Wiese oberhalb der Hindelwanger Nellenburghalle und wird jetzt im Osterholz liegen. Geplant sei, dass jeder Teilnehmer seine Läufe in einer App aufzeichne und die gelaufene Zeit dann hochlade. Daraus entstehe dann wie gewohnt eine Rangliste. In Kürze könnten Interessierte über die Vereinshomepage www.tg-stockach.de mehr erfahren.

Auf die Mitgliederzahl habe die Corona-Pandemie zum Glück bisher wenig Einfluss gehabt. Noch sei die Zahl der Austritte verschwindend gering, sagt Lorenzo Patone und fügt hinzu: „Ich hoffe sehr, dass alle Mitglieder wiederkommen, wenn es losgeht.“