Von wegen kurz vor den Ferien wird in den Schulen nicht mehr viel gemacht. Bei einem Besuch in der Stockacher Grundschule im Rahmen des Medienprojekts Klasse!Kids des SÜDKURIER wurde Redakteur Matthias Güntert von den Viertklässlern ins journalistische Kreuzverhör genommen. Die Schüler fühlten dem Beruf des Redakteurs auf den Zahn. Denn es waren nicht die hochsommerlichen Temperaturen, die den Redakteur ins Schwitzen brachten, sondern Fragen wie: Was war Ihr coolster Artikel? Welche Stars kennen Sie? Was war Ihr peinlichster Artikel? Die Schülerfragen wurden von Minute zu Minute kniffliger. Spaß gemacht hat der Besuch trotzdem.

Stellten Redakteur Matthias Güntert (Bildmitte) knifflige Fragen (von links): Sophia, Silas, Christian, Marie und Sophia.
Stellten Redakteur Matthias Güntert (Bildmitte) knifflige Fragen (von links): Sophia, Silas, Christian, Marie und Sophia. | Bild: Tina Gutemann 

Über zwei Wochen lang haben die Viertklässler täglich den SÜDKURIER im Unterricht gelesen, berichtet Lehrerin Tina Gutemann. „Hausaufgabe war, auch selbstständig Zeitung zu lesen oder mit den Eltern. Der interessanteste Artikel wurde ausgeschnitten“, sagt sie. Für viele Kinder sei das Thema Zeitung Neuland gewesen. Viele Themen, wie Rassismus, die Krawalle in Stuttgart, politische oder lokale Themen, aber auch Sport wurden dann im Unterricht besprochen.

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Es ist nicht das erste Mal, dass die Grundschule Stockach am Klasse!Kids-Projekt teilnimmt. Aber es war das erste Mal, das dies unter erschwerten Pandemie-Bedingungen stattfand. Wie die Situation mit dem Unterricht zu Hause von den Schülern empfunden wurde, war Teil einer Projektarbeit im Rahmen des Klasse!-Projektes. Die Viertklässler haben darin ihre Erfahrungen mit der Corona-Pandemie aufgeschrieben. Und die einhellige Meinung über das Home-Schooling fasst Aliya passend zusammen: „In der Gruppe zur arbeiten macht viel mehr Spaß als zu Hause alleine.“ Sie sei froh, wieder gemeinsam mit ihren Freunden in der Schule zu sein. „Ich kann meine Freunde wieder sehen, wir müssen keinen Abstand mehr halten, keine Masken mehr tragen – wir haben fast wieder normal Schule“, schreibt Aliya.

Endlich wieder Schule: Die Klassen 4a und 4b freuen sich, wieder zusammen zur Schule zu gehen und auf dem Schulhof in den Pausen zu toben.
Endlich wieder Schule: Die Klassen 4a und 4b freuen sich, wieder zusammen zur Schule zu gehen und auf dem Schulhof in den Pausen zu toben. | Bild: Matthias Güntert

Emma und Sina sind sich indes sicher, dass Covid-19 in die Weltgeschichte eingehen wird. Einen praktischen Nutzen aus der ganzen Krise sehen Lukas und Nick. Auch sie bezeichnen die Corona-Zeit als blöd, freuten sich aber auch, länger schlafen beziehungsweise aufbleiben zu dürfen. Etwas Positives konnte auch John der Zeit des Home-Schoolings abgewinnen: „Man schätzt es jetzt viel mehr, mit anderen Kindern zusammen zu sein“, schreibt er.

Daumen hoch fürs tägliche Zeitunglesen: Den Klassen 4c und 4d hat das Medienprojekt Klasse!Kids großen Spaß gemacht.
Daumen hoch fürs tägliche Zeitunglesen: Den Klassen 4c und 4d hat das Medienprojekt Klasse!Kids großen Spaß gemacht. | Bild: Matthias Güntert

Nico hingegen berichtet von strengen Ersatzlehrern. „Es war fast wie Unterricht in der Schule, nur Mama und Oma waren als Lehrerinnen sehr streng“, verrät er. Chillen vor den Pausen, die natürlich genau wie im Stundenplan auch stattfanden, habe es daheim nicht gegeben. Moritz hat laut eigener Aussage gelernt, wie wichtig Schule ist. „Auch wenn ich jetzt mittags nicht mehr so viel Zeit mit meiner Familie habe“, schreibt er. Hätte sie einen Wunsch frei, wüsste Nelly, welcher dies wäre: „Ich würde mir wünschen, dass der Corona-Virus verschwindet und alle gesund sind. Bleibt gesund!“ Diesen Worten ist rein gar nichts mehr hinzuzufügen.

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