Für die Frei- und Strandbäder in der Region lief in diesem Sommer Vieles nicht ideal: Zuerst verzögerte die Corona-Pandemie die Öffnung, da der Betrieb durch die damalige Verordnung des Landes nicht erlaubt war, dann folgten eher durchwachsene Monate. Das Wetter spielte einfach nicht mit. Auch beim Freibad Stockach ist die Saison alles andere als normal.

Seit Juni hat das Stockacher Freibad geöffnet: Bis Ende August kamen rund 21.000 Besucher zum Schwimmen vorbei.
Seit Juni hat das Stockacher Freibad geöffnet: Bis Ende August kamen rund 21.000 Besucher zum Schwimmen vorbei. | Bild: Matthias Güntert

Vier Wochen später als üblich, am 12. Juni, konnte dort die Tore geöffnet werden. Bis Ende August besuchten rund 21.000 Gäste das Freibad, berichten die Stadtwerke Stockach auf Nachfrage. Üblicherweise wurde in diesem Monat bereits die 50.000er-Marke geknackt. 2018 kamen über den Sommer sogar 68.280 Besucher, im Jahr 2019 waren es 57.925. Doch solche Rekordbesucherzahlen gehören in die Zeit vor Corona, heißt es von den Stadtwerken. Immerhin: In diesem Jahr sind es bereits jetzt mehr Besucher als im Corona-Sommer 2020. Damals kamen in der gesamten Saison rund 17.840 Personen ins Freibad, das damals ebenfalls ab Juni geöffnet hatte und es bis Ende September auch blieb.

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„Der Saisonstart am 12. Juni war sehr gut, an einigen Tagen im Juni wurde die Besuchergrenze fast erreicht, aber im Juli und im August gab es viele Tage, die nicht zum Baden und zum Aufenthalt im Freibad eingeladen haben“, sagt Jürgen Fürst, der Geschäftsführer der Stadtwerke. „Unser Wunsch wäre, dass die letzten Badetage im September ähnliche Temperaturen bieten wie letztes Jahr.“ Generell seien die Stadtwerke sehr froh, dass das Freibad unter Corona-Bedingungen geöffnet werden konnte und die Rückmeldungen vieler Badegäste seien sehr positiv. Fürst gibt sich optimistisch: „Sicherlich könnten die Besucherzahlen besser sein, aber gemessen an den häufigen Regentagen, den Besucherzahlen vom letzten Jahr und den Einschränkungen durch Corona sind wir zufrieden“, betont der Stadtwerke-Chef.

Gesperrt: Corona hat die Badesaison im Freibad in Stockach erschwert.
Gesperrt: Corona hat die Badesaison im Freibad in Stockach erschwert. | Bild: Matthias Güntert

Gegenüber dem Sommer 2020 konnte in diesem Jahr wieder mehr Badespaß in Stockach angeboten werden, heißt es von den Stadtwerken. Es gebe keine Zeitfenster, das Bad habe durchgehend von 9 bis 20 Uhr geöffnet, dienstags und freitags sogar schon ab 7 Uhr. Die Rutschen und der Sprungturm seien geöffnet, das Bäderpersonal achte auf einzuhaltende Abstandsregelungen. Der Kleinkinderbereich und das Babybecken konnten jedoch erst einige Zeit nach der Öffnung genutzt werden – Grund sei allerdings nicht die Corona-Pandemie gewesen, sondern Bauarbeiten.

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Glücklicherweise sei die 3G-Regel schon vor der Eröffnung im zurückliegenden Juni entfallen, dadurch konnte die Gesamtbesucherzahl durch die niedrige Inzidenz deutlich aufgestockt werden. Dies habe auch ermöglicht, dass ab Juli Saisonkarten angeboten werden konnten.

Sanierungsarbeiten stehen an

Nach aktuellen Planungen soll das Stockacher Freibad noch bis zum Ende der Sommerferien, also bis Sonntag, 12. September, geöffnet bleiben. „Auch wenn die herbeigesehnten heißen Temperaturen gerade nicht in Sicht sind, gibt es trotzdem viele Freibadgäste, die auch bei kühleren Temperaturen täglich gerne schwimmen. Ein verkürztes Ende der Freibadsaison kommt deshalb nicht in Frage“, erklärt Jürgen Fürst gegenüber dem SÜDKURIER. Nach Saisonende sollen die Sanierungsarbeiten, die für die Öffnung unterbrochen wurden, fortgesetzt werden. Wie die Stadtwerke mitteilen, steht dann als nächstes die neue Beckenauskleidung aus Edelstahl an.

Wintersaison im Hallenbad beginnt

Doch während das Freibad schließt, sollen direkt darauf folgend anderswo die Türen geöffnet werden: im Hallenbad. Dort soll laut den Stadtwerken voraussichtlich am 13. September die Badensaison beginnen. Die geplanten Sanierungsarbeiten seien noch nicht gestartet. „Erforderliche Abstimmungen mit den Behörden führen hier zu Terminverzögerungen“, heißt es. Die Arbeiten sollen nun im Frühjahr umgehend nach dem Saisonende beginnen.

Grundsätzlich bekenne man sich ebenso wie die Stadt klar zu den Stockacher Bädern, betonen die Stadtwerke. „Wir sehen darin eine sehr wichtige Freizeiteinrichtung und Infrastruktur für Stockach und investieren viel in den Erhalt der Bäder.“ Aktuell und in den kommenden Jahren fließe im Rahmen der vom Bund bewilligten Förderung „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ Geld für beide Bäder – insgesamt 4,5 Millionen Euro.