Der Bagger fungierte als Schneeschaufel, damit alle anderen zum Spaten greifen konnten: Der offizielle Spatenstich für den Anbau des neuen Bettentraktes an das Krankenhaus Stockach fand am Freitag statt – allem Schnee zum Trotz, auch wenn genau dieser den eigentlichen Bauauftakt noch etwas verzögert.

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Bürgermeister Rainer Stolz freute sich bei diesem Meilenstein über den Sonnenschein, der symbolträchtig sei, da sich Stadt und Krankenhaus durch eine Reihe von Hindernissen gekämpft hätten und nun die Sonne scheine. „Heute ist ein großer Tag für das Krankenhaus Stockach“, sagte Stolz. Er nannte das Krankenhaus einen unverzichtbaren Teil der Versorgung. Die Stadt stehe zu ihrer Verantwortung, die sie seit der Übernahme des Krankenhauses wahrnehme: „Wir wollen die Region autark halten.“ Er lobte das Konzept für den Krankenhaus-Anbau, mit dem eine gute Antwort auf die Bedürfnisse gefunden worden sei.

Zeitgemäße Unterbringung für Patienten

Krankenhaus-Geschäftsführer Michael Hanke war ebenfalls glücklich, dass es nun losgeht: „Wir freuen uns, weil es lange gedauert hat.“ Damit spielte er unter anderem auf die lange Wartezeit auf den Zuschussbescheid an. Anfang 2022 soll die Einweihung des Bettentrakts sein. Kurz davor soll das Ärztehaus an der anderen Seite des Krankenhauses, das bereits im Bau ist, fertig sein. Hanke nannte den neuen Bettentrakt mit Ein- und Zweibettzimmern eine „moderne, zeitgemäße Unterbringung für die Patienten“.

Der Anbau komme neben den Patienten aber auch den Pflegekräften zugute, die dann bessere Arbeitsbedingungen hätten. Er erklärte, dass mit dem Gebäude die Stationen 1 und 2 erweitert würden. Die Verbindung werde am Treppenhaus des Bestandsgebäudes entstehen, das ebenfalls mal angebaut wurde, ergänzte Bernd Zimmermann, Verwaltungsleiter des Krankenhauses.

Hier entsteht neben dem Krankenhaus der neue Bettentrakt, der über das Treppenhaus des linken Gebäudes auf dem Foto an die Bestandgebäude angebunden wird.
Hier entsteht neben dem Krankenhaus der neue Bettentrakt, der über das Treppenhaus des linken Gebäudes auf dem Foto an die Bestandgebäude angebunden wird. | Bild: Löffler, Ramona

Ein Meilenstein für das Haus

Michael Hankes Fazit lautet: „Der Anbau ist ein Meilenstein für die Weiterentwicklung unseres Hauses.“ In Hinsicht auf die Corona-Pandemie betont der Krankenhaus-Geschäftsführer: „Es ist ein schönes Signal, dass wir uns in schweren Zeiten nicht vom Weg haben abbringen lassen.“

Und das sind die Eckdaten des Anbaus: Er wird vier Etagen haben – zwei Untergeschosse und zwei Etagen über der Erde. Erdgeschoss und Obergeschoss werden jeweils 320 Quadratmeter Gesamtfläche haben. Die gesamte Nutzfläche betrage 1008 Quadratmeter. Für den Anbau werden 2500 Kubikmeter Erde ausgehoben und es werden 850 Kubikmeter Stahlbeton sowie 85 Tonnen Baustahl verbaut. Die oberirdische Gebäudehöhe wird 15,62 Meter betragen, ins Erdreich wird es etwa 4,30 Meter gebaut.

An den veranschlagten Kosten habe sich bisher nichts geändert, erklärte Rainer Stolz auf Nachfrage. Es stünden aber noch Vergaben verschiedener Arbeiten an. So setzen sich die Kosten und Finanzierung momentan zusammen: eine Million Euro Eigenmittel der Stadt, 1,5 Millionen Euro Landeszuschuss, ein Darlehen in Höhe von rund 300 000 Euro und 1,4 Millionen Euro Spenden.

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Bis die Bagger richtig rollen können, wird es ein paar Tage dauern. „Wir fangen an, wenn die Witterung es zulässt“, sagt Florian Hildebrand von der Baufirma Hildebrand. „Wir sind in den Startlöchern und schauen im Lauf der Woche.“ Und was ist mit Baulärm? „Es wird sicher Beeinträchtigungen geben, aber wir werden sie so gering wie möglich halten“, sagt Michael Hanke.

Ein Teil der Parkplätze muss gesperrt werden

Während der Bauarbeiten müssen die Parkplätze, die gegenüber der Baustelle an der Straße sind, gesperrt werden, so Florian Hildebrand auf SÜDKURIER-Nachfrage. Rainer Stolz bemerkte dazu: „Aber das Parkhaus ist nicht weit weg und hat freie Kapazitäten.“

Ein kleiner Blick voraus: „Dies wird nicht die letzte Baumaßnahme sein“, sagte Michael Hanke. Wenn der Anbau im Jahr 2022 fertig sei, werde es mit der Sanierung der älteren Gebäude weitergehen. Und der Geschäftsführer freut sich, dass das Krankenhaus und der neue Bettentrakt zusammen mit dem Ärztehaus daneben „eine runde Sache“ sein werde.

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