Was ist das nur für ein unglaublicher Advent: Seit Monaten rollt die zweite Welle der Corona-Pandemie, mit allen Folgen für ältere Menschen, Familien, Schüler und auch sonst alle anderen. Und zum Schutz vor Ansteckungen wurde auch in der Vorweihnachtszeit im Prinzip alles abgesagt, was Spaß macht. Ob Winterzauber auf dem Stockacher Gustav-Hammer-Platz, Christkindlemarkt in Heudorf oder die Weihnachtskonzerte in Schulen und Kirchen – nichts geht mehr, zum Schutz vor einem kleinen, aber fiesen Virus.

Anstehen mit Sicherheitsabstand: Szene vor dem Stockacher Postamt aus dem Advent 2020.
Anstehen mit Sicherheitsabstand: Szene vor dem Stockacher Postamt aus dem Advent 2020. | Bild: Doris Eichkorn

Auch der Weihnachtseinkauf läuft unter sehr anderen Vorzeichen ab als sonst – zumindest was den ohnehin schon belasteten Einzelhandel angeht. Denn einfach mal unbefangen auf den letzten Drücker zum Geschäft um die Ecke gehen und etwas für Freundin, Schwiegervater oder Nichte besorgen, das wird in diesem Jahr schwierig. Mitten ins Weihnachtsgeschäft platzte der Winter-Lockdown, weswegen eine Menge Geschäfte ausgerechnet in den letzten Tagen vor Weihnachten nicht mehr öffnen dürfen. Wohl dem, der seine Ware per Online-Service an die Frau oder den Mann bringen kann. Und auch bei saumseligen Einkäufern ist nun etwas mehr Organisationstalent gefragt, denn auf den letzten Drücker ist in Pandemie-Zeiten eben kein Verlass mehr.

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Etwas anderes ist aber im Großen und Ganzen fast wie immer: die Schlange vor der Post. Denn wer seine Weihnachtspost noch rechtzeitig an Freunde, Familie oder Bekannte bringen will, der muss rechtzeitig dran sein – auch hier ist Organisationstalent gefragt. Kommt das Päckchen zu spät zur Post, ist es auch zu spät bei Oma und Opa. Und das ist doppelt bitter, denn manch einer wird sich einen Besuch bei den Verwandten, die zur Risikogruppe gehören, in diesem Jahr vielleicht verkneifen. So gesehen, ist es ja fast schon schön zu sehen, dass so viele Menschen in diesen Tagen vor dem Stockacher Postamt anstehen, um Pakete und Päckchen zu verschicken. Offenbar denkt da jemand an andere und nimmt dafür auch in Kauf, Organisationstalent beweisen zu müssen – und im Freien bei kühlen Temperaturen in der Schillerstraße den Sicherheitsabstand zu wahren.