Eine natürlich vorkommende Substanz zum Schutz von Buchsbäumen vor ihrem Erzfeind: Helen Hauck hat ein Mittel gegen die lästigen Raupen des kleinen Schmetterlings gefunden. Damit hat sie den zweiten Platz beim Bundeswettbewerbs Jugend forscht gewonnen und sich gegen 167 Konkurrenten durchgesetzt.

Erfolg im Fachgebiet Chemie

Die 18-jährige Schülerin am Nellenburg-Gymnasium glänzte im Fachgebiet Chemie und überzeugte die Juroren mit ihrem Projekt, dem Buchsbaumzünsler den Garaus zu machen mit einer natürlich vorkommenden Substanz, die als Basis für ein neues Spritzmittel dient. „Mein Chemie-Projekt heißt ‚Züns-Ex – Die biochemische Waffe gegen den Buchsbaumzünsler‘“, erklärt sie. Die Idee dazu kam ihr auf einer Wanderung im Schwarzwald, bei der ihr auffiel, dass das Indische Springkraut (Impatiens glandulifera) im Gegensatz zu den benachbarten und abgefressenen Pflanzen von Insektenbefall völlig verschont war.

Aus dieser Naturbeobachtung folgerte sie, dass das Indische Springkraut einen Insekten-abschreckenden Wirkstoff enthalten muss. Deshalb stellte sie mit verschiedenen polaren beziehungsweise apolaren Lösungsmitteln (Wasser, Methanol, Ethanol, Dichlormethan, Pentan) Extrakte aus Blättern des Springkrauts her, die konzentriert wurden. Damit habe sie dann Zweige des Buchsbaums behandelt. In der Tat zeigte einer der Extrakte eine besonders stark abschreckende Wirkung auf die Raupen, die die entsprechend behandelten Zweige komplett verschont haben.

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Daher konzentrierte sie den wirksamen Extrakt und untersuchte ihn mit verschiedenen chemisch-analytischen Methoden. Sie konnte, wie Helen Hauck erklärt, einen bestimmten Inhaltsstoff nachweisen, der in etwas abgeänderter Form auch von den Blättern der Walnuss bekannt ist. Dieser Stoff hatte in Reinform auch die entsprechende Wirkung, so dass sie jenem aus den Blättern des Indischen Springkrauts die Insekten abschreckende Wirkung zuweisen konnte. „In Zukunft könnte dieser Wirkstoff, der natürlicherweise in dieser Pflanze vorkommt, im ökologischen Pflanzenschutz eingesetzt werden,“ erklärt Helen Hauck, die dankbar ist für die Unterstützung durch ihre Projekt-Betreuerinnen Ceren Karayel und Marion Lay-Koch.