Der Name der Band war Programm. Die Dorfrocker hatten sich zum Traktor Open Air beim Hardthof der Familie Renner aus Mahlspüren im Hegau eingefunden. „Wir haben lange gehadert, denn die Wetterlage der vergangenen Tage, die Niederschläge und das angekündigte Zeitfenster ohne Niederschlag am Tag des Open Air haben uns im Vorfeld Sorgen gemacht“, berichtet Nadine König vom Hardthof am Tag nach dem Open Air.

Vielfältig waren die Ideen der Besucher für Sitzgelegenheiten an oder auf den Traktoren beim Konzert. Sie genossen die Musik der Dorfrocker. Bild: Doris Eichkorn
Vielfältig waren die Ideen der Besucher für Sitzgelegenheiten an oder auf den Traktoren beim Konzert. Sie genossen die Musik der Dorfrocker. Bild: Doris Eichkorn

Rund eine Woche hatte die Familie nach der kurzfristigen Zusage der Band aus Franken daran gearbeitet, die Veranstaltung gemeinsam mit einer großen Schar von Helfern zu organisieren. Nicht nur den Ticketvorverkauf galt es zu planen. Auch die Fragen nach dem geeigneten Festivalgelände, der Zufahrt, der Reihung der Schlepper und der Versorgung der Besucher mit Getränken und Snacks in den Abendstunden mussten geklärt werden.

Am Konzerttag fügt sich dann doch alles

Um 12 Uhr am Konzerttag gab es trotz Unsicherheit der Wetterprognose kein Zurück mehr. Klaus Renner und seine Familie entschieden sich dafür, „das jetzt durchzuziehen“, wie seine Partnerin es bezeichnet. Aber es sollte noch eine weitere Überraschung geben. Der von der Familie angedachte Bühnenplatz wurde von den Mitgliedern der Band als zu nass angesehen, da die Bühne talwärts des Geländes lag. So wurde die Bühne am gegenüberliegenden Ende des Geländes am höchsten Punkt aufgebaut. Somit war es nicht immer ganz einfach für die Zuschauer, die Bühne von den rund 160 Schleppern, Radladerm und landwirtschaftlichen Arbeitsmaschinen aus zu sehen.

Video: Doris Eichkorn

Viele Besucher hatten mit großen Frontladerschaufeln, von denen aus die Sicht über die Dächer der vor einem parkenden Traktoren kein Problem war, sich einen Platz in der ersten Reihe geschaffen. Viele weitere erklommen die Dächer ihrer Schlepper mit Dirndl und Lederhose.

Es war eine friedvolle Atmosphäre. Alle Generationen waren vertreten und der aktuell überall im Trend liegende, und von der Band in einem ihrer Lieder besungene Ausrüster Engelbert Strauss hätte bei diesem Anblick seine wahre Freude gehabt. Die Besucher lobten Musik und Atmosphäre. Fans aus der Region, angereiste Verwandtschaft der Familie Renner aus dem Raum Haigerloch – alle genossen den Konzertabend. „Endlich konnte eines der ersten Feste in der Region stattfinden – und das bei uns in Mahlspüren“, sagte Annalena Knapp, die mit ihren Freundinnen eine der Karten ergattert hatte.

Beim Blick von oben wird gut sichtbar, wie die Traktoren um die Bühne herum aufgestellt wurden.
Beim Blick von oben wird gut sichtbar, wie die Traktoren um die Bühne herum aufgestellt wurden. | Bild: Jan Vossbeck
Das könnte Sie auch interessieren

Die Dorfrocker machten ihrem Namen alle Ehre. Sie spielten auch in Mahlspüren nicht nur für die Besucher, die mit ihren Traktoren Eintrittskarten erhalten hatten, sondern auch für alle Menschen im Dorf. Wer keinen Traktor hatte oder keine Karte bekommen hatte, konnte auch mit dem Fahrrad kurz am Konzertgelände vorbei kommen oder unternahm einen kleinen Abendspaziergang.

Der Band machte der Auftritt sichtlich Spaß. Die Musiker erfüllten nicht nur Wünsche von Besuchern, sondern nahmen sich zum Ende des Konzertabends noch Zeit für Gespräche und unzählige Autogrammwünsche der geduldig wartenden Menge.