Der Stockacher Stadttarif wird beliebter – jedenfalls auf die lange Sicht. Das geht aus Zahlen hervor, die Hauptamtsleiter Hubert Walk dem Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung präsentierte. Demnach hat die Stadt im Jahr 2018 noch etwa 23.700 Euro als Subvention für den Stadttarif ausgegeben. Im Jahr 2019 waren es schon etwa 28.000 Euro. Der Haushaltsansatz von 25.000 Euro jährlich hat da schon nicht mehr ausgereicht.

Mit dem Geld finanziert die Stadt eine Ermäßigung auf Einzelfahrscheine des Verkehrsverbunds Hegau-Bodensee (VHB). Dadurch kostet das Ticket für Erwachsene, die innerhalb von Stockach mit Bus und Bahn unterwegs sind, 85 Cent weniger, als der Verbund verlangen würde. Bei Kindern betragen Ermäßigung und Zuschuss 55 Cent. Wenn die Stadt mehr Geld dafür ausgibt, bedeutet das also auch: Mehr Menschen nutzen die bezuschussten Einzelfahrkarten.

Holpriger Start im Busverkehr zu Jahresbeginn zeigt sich in der Statistik

Niedrigere monatliche Werte verzeichnet die städtische Statistik im Januar und Februar dieses Jahres beim Bus im Vergleich zum Vorjahr. Hauptamtsleiter Hubert Walk stellte fest: „In dieser Zeit fuhren weniger Busse.“ Damit nahm er Bezug auf den holprigen Start im neu organisierten Busverkehr des Landkreises. Im März, April und Mai 2020 wurde zudem kaum Geld für den Stadttarif ausgegeben, denn die Corona-Krise legte das öffentliche Leben praktisch lahm, die öffentlichen Verkehrsmittel blieben deutlich leerer als sonst. Mittlerweile steigen die Werte allerdings wieder.

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Zur Abstimmung im Gremium stand nun, dass die Stadt eine mögliche Fahrpreiserhöhung des VHB bis zu einer Höhe von zehn Cent für den Stadttarif ausgleichen soll. Gleichzeitig sollen ab dem kommenden Jahr im städtischen Haushalt 30.000 Euro jährlich für die Subvention zur Verfügung stehen. Beides hat das Gremium einstimmig beschlossen. In der Aussprache zuvor bezeichnete Karl-Hermann Rist (Grüne) die Änderung als richtiges Zeichen der Kommune.

Martin Bosch (CDU) hakte nach dem Aushang von übersichtlicher gestalteten Fahrplänen nach, den seine Partei beantragt habe. Walk entgegnete, dass eine solche übersichtliche Gestaltung nicht so einfach umzusetzen sei. Allerdings sei im Internet jede Verbindung rasch abrufbar. Und Alice Engelhardt (Grüne) brachte die Einführung eines Ein-Euro-Tickets nach dem Vorbild anderer Kommunen im Kreis Konstanz ins Spiel. Dies sei auch eine soziale Angelegenheit für Menschen, die sich kein Auto leisten können. Daher lud sie alle Fraktionen zu einer Fahrt der Grünen-Fraktion nach Gottmadingen am 9. Oktober ein, um Erfahrungen auszutauschen. Bürgermeister Rainer Stolz sagte dazu, es sei einfach, das Ein-Euro-Ticket umzusetzen: Man müsse nur den städtischen Zuschuss erhöhen.

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