Da freut sich nicht nur die Vereinskasse: Zum Schweizer Feiertag können Vereine wieder mit Ständen und Buden ihre finanzielle Lage etwas aufbessern und gleichzeitig zusammen feiern. Beides Dinge, die in der vergangenen Zeit viel zu kurz gekommen sind. Am kommenden Wochenende, Freitag, 24. Juni, bis Montag, 27. Juni, füllt sich Stockach wieder so, wie es die Stadt seit zwei Jahren nicht mehr erlebt hat. Und die Vereine sorgen dafür, dass niemand satt und durstig nach Hause gehen muss.

Haupteinnahmequelle für die Narren

Zu einem der ältesten und traditionsreichsten Vereine der Stadt gehört das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stockach, dessen Bräuche laut geschichtlicher Aufzeichnungen bis ins Jahr 1351 zurückreichen. Nicht dieses Alter, aber schon Tradition hat die Weinlaube am Gustav-Hammer-Platz, in der die Narren am Freitag ab 19 Uhr und am Samstag von 10 bis 22 Uhr einladen. Neben kühlen Getränken – auch die beliebte Erdbeerbowle ist wieder im Angebot – können Besucher unter anderem Musik genießen.

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Narrenrichter Jürgen Koterzyna ist wegen der Corona-Lage noch ein wenig vorsichtig, doch sei der Schweizer Feiertag für das Narrengericht eine wichtige Veranstaltung. „Die Stadtfeste sind für unser Narrengericht die Haupteinnahmequelle. Als diese nun wegfiel, konnte wir uns nur mit finanzieller Unterstützung von Seiten des Landes Baden-Württemberg und des Landeskreises Konstanz über Wasser halten“, sagt er. „Doch abgesehen vom Finanziellen freuen wir uns vor allem auf das gemeinsame Feiern.“

Das Programm am Schweizer Feiertag

Er war 2019 ein Hingucker in der Innenstadt: Olaf Leonhard aus Bielefeld mit seine Stelzenfigur samt Riesenseifenblasen.
Er war 2019 ein Hingucker in der Innenstadt: Olaf Leonhard aus Bielefeld mit seine Stelzenfigur samt Riesenseifenblasen. | Bild: Siegfried Kempter

Feuerwehr hofft auf Rückkehr zur Normalität

Nicht so schlimm hat die Pandemie die Freiwillige Feuerwehr Hohenfels getroffen. „Wir sind ganz gut über die Runden gekommen, da es keine wirklichen Vereinsausgaben gab“, sagt Gesamtkommandant Franz Hahn. Doch auch er und sein Team haben die Pandemie zu spüren bekommen, hauptsächlich durch die Maßnahmen. Beim Einsatz wurde darauf geachtet, Abstände einzuhalten, in kleineren Gruppen zu agieren und den Mundschutz zu tragen, berichtet er.

Franz Hahn und seine Kollegen bewirten am Samstag in Stockach von 10 bis 22 Uhr den Verpflegungsstand der Feuerwehr. „Wir im Verein hoffen, dass nun Normalität zurückkehren wird“, sagt er abschließend.

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Kein Stadtfest ohne Stadtmusik

Am Schweizer Feiertag darf die Stadtmusik Stockach nicht fehlen. Diese wird am Samstag vor dem Bürgerhaus Adler Post spielen. Laut Veranstaltungs-Flyer soll das Ensemble um 14.30 Uhr mit dem Auftritt beginnen. Doch es könnte zu spontanen Verschiebungen kommen, wie der Vorsitzende Manfred Wittig erklärt. Doch ist er voller Vorfreude auf den Auftritt. „Die Hörsäle füllen sich und das kulturelle Leben nimmt wieder an Fahrt auf“, sagt er begeistert.

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Den ersten Auftritt nach den Krisenzeiten hatte sein Orchester schon Ende April beim Frühjahrskonzert vor rund 300 Zuhörern gehabt. „Doch die Vorfreude für den Schweizer Feiertag ist natürlich besonders groß“, so Wittig. Denn einen Schweizer Feiertag ohne die Stadtmusik habe es bis heute noch nicht gegeben.

Musikverein hat Pandemie recht gut überstanden

Über die Corona-Zeit spricht Manfred Wittig mit leichter Betrübtheit, betrachtet aber die Situation der Stadtmusik im größeren Zusammenhang: „Alles in allem kann man sagen, dass unser Musikverein die Zeit vergleichsweise gut überstanden hat.“ Durch Motivation, exzellente Spieler und Proben in Präsenz seien sie auf dem gleichen qualitativen Level wie vor der Pandemie. Wer nach ihrem Auftritt beim Schweizer Feiertag noch nicht genug von den Klängen bekommen konnte, kann die Stadtmusik beim Stockacher Sommerabend auf dem Gustav-Hammer-Platz am 22. Juli noch einmal erleben.