Die eigenen Grenzen kennenzulernen, und welche Regeln wichtig sind: Das versuchte ein Schauspielerduo, den Kindern der Grundschule Stockach nahe zu bringen.

Gespannt kommen die Schüler dreier erster Klassen in den Raum. Gleich sehen sie die erste von drei Aufführungen des Stücks „Die große Nein-Tonne“. Maria Vrijdaghs und Jan Opderbeck von der Theaterpädagogischen Werkstatt in Osnabrück schlüpfen dafür in die Rolle zweier Kinder, die sich – während sie unbekümmert miteinander spielen – über Regeln unterhalten, die ihnen oft gar nicht gefallen.

Das könnte Sie auch interessieren

Sie erfinden die Nein-Tonne, in die sie alles werfen, was ihnen Bauchweh bereitet. Dazu gehören auch Geheimnisse, die traurig machen. Viele der dargestellten Situationen sind den jungen Zuschauern vertraut, wie im Nachgespräch deutlich wird.

Kinder lernen, laut Nein zu sagen

Die Theaterpädagogen wollen Kinder schon früh für ihre Gefühle und Ängste sensibilisieren. Sie sollen lernen, laut und deutlich „Nein“ zu sagen, wenn jemand ihre persönlichen Grenzen überschreitet, und ihrer eigenen Wahrnehmung zu vertrauen. Die Erwachsenen zeigen, dass es viele Regeln gibt, die sinnvoll sind.

Zähneputzen, feste Fernseh- und Schlafenszeiten, Aufräumen und Pünktlichkeit gehören deshalb nicht in die Tonne, das sehen alle ein. Bei Geheimnissen machen die Theaterpädagogen spielend klar: „Ein Geheimnis für sich zu behalten, das kribbelt so im Bauch. Aber Geheimnisse im Bauch, die traurig machen, sind blöd. Die machen ganz dolles Bauchweh.“

Schüler verstehen, dass Regeln wichtig sind

Nach der Aufführung sprechen die Schauspieler mit den Kindern über die dargestellten Gefühle und Situationen. Die Erstklässler verstehen, dass es im Zusammenleben mit der Familie oder in der Schule Regeln gibt, an die sich alle halten sollen.

„Leise sein, strecken, wenn man was sagen will, nicht hauen, nicht ärgern, nicht schlagen, treten oder boxen“ – ihnen fallen viele Dinge ein. Die Schauspieler bestärken die Kinder auch, keine Angst vor dem Nein-Sagen zu haben und sich bei jedem Nein-Gefühl, das ihnen Bauchweh macht, jemandem anzuvertrauen.