Beim Spaziergang aus dem Dorf Richtung Erlenhof fällt auf: Das Dietrichskreuz ist nach langer Zeit wieder da. Zuletzt stand zwischen den zwei großen Lebensbäumen nur der leere Sockel. Der Wahlwieser Historiker Fredy Meyer erzählt, was er über das Kreuz weiß.

Das Kreuz an der Kreuzung zweier Feldwege im Gewann Seite in Verlängerung der Friedhofstraße zähle zu den sogenannten Kleindenkmalen, sagt er. „Darunter versteht man kleine Kulturdenkmale, die den Charakter des Dorfes prägen, und sowohl innerhalb des Dorfes als auch auf der Gemarkung Wahlwies errichtet worden sind. Es gibt hier acht Weg- und Gedenkkreuze.“

Die Geschichte hinter dem Denkmal

Das Dietrichskreuz sei 1895 von der Wahlwieser Familie Dietrich gestiftet und im neugotischen Stil gestaltet worden. Es steht auf einem Sockel mit der Inschrift „Fällt dirs schwer nach Gottes Willen, deine Pflichten zu erfüllen: Denke Jesus sage dir: Nimm dein Kreuz und folge mir.“ Das gesamte Kleindenkmal ist 300 Zentimeter hoch, 110 Zentimeter breit und 55 Zentimeter tief.

Anfang der 1990er Jahre wurde es unter Pfarrer Ivan Milanovic renoviert und unter Mitwirkung des Kirchenchores an einem Wintertag neu geweiht. „Es hat geschneit, daran erinnere ich mich gut“, so Meyer.

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Bedauernd fährt er fort: „Leider hat das Wegkreuz als Kulturdenkmal und Zeugnis christlicher Frömmigkeit keine allgemeine Wertschätzung gefunden. Es wurde in den darauffolgenden Jahren durch Vandalismus zwei Mal umgestoßen und dabei mutwillig zerstört.“

Dann geht alles recht schnell

Daraufhin habe es sehr lange beim Bauhof in Wahlwies gelegen. Er habe oft nachgefragt, wie es damit weitergehe und 2021 eine Eingabe an den Ortschaftsrat und indirekt an die Stadt Stockach gemacht. Sein Hinweis sei wohlwollend aufgenommen worden, die Stadt habe sich sofort dafür eingesetzt.

Der Wahlwieser Ortsvorsteher Udo Pelkner teilt mit, die Restauration des Kreuzes habe Steinmetz Karlheinz Lehmann aus Hohenfels durchgeführt. Die Kosten von rund 4500 Euro habe die Stadt übernommen.