Die Altarweihe in der Kirche St. Georg berührte die Beteiligten und Besucher. „Der Tag war unvergesslich schön“, zeigte sich Manuela Gottwald, Mesnerin in der Georgskirche Hoppetenzell, tief beeindruckt vom feierlichen Gottesdienst zur Altarweihe des renovierten Gotteshauses.

Rund 60 Besucher konnten in der Kirche die erhebende Liturgie verfolgen, bei der Erzbischof Stephan Burger die jahrhundertalten Riten vollzog. „Unter uns wird der Berg Golgatha errichtet und zugleich bereiten wir den Tisch des Abendmahles“, beschrieb Burger die Bedeutung des Altars als „Teilhabe am Leben Christi“.

Einer der eindringlichsten Momente

Nach der Besprengung mit Weihwasser und der Salbung mit Chrisam war das Verbrennen des Weihrauchs auf fünf Stellen auf dem Altar, sinnbildlich für die fünf Wundmale Christi, einer der eindringlichsten Momente der Weihehandlung. Die, die den Gottesdienst am Bildschirm verfolgten, konnten sich hier über ausgezeichnete Großaufnahmen des Altars freuen.

Nach dem Weihegebet wurde das Altartuch aufgelegt, um die erste Messfeier zu vollziehen. Zuvor entzündete Pfarrer Michael Lienhard die beiden Altarkerzen mit dem Feuer der ebenfalls geweihten Osterkerze. Mancher Besucher mochte dies als besondere Geste des Abschieds verstehen – Pfarrer Lienhard war extra zur Altarweihe von seiner neuen Wirkungsstätte angereist.

Der ehemalige Pfarrer der Seelsorgeeinheit Stockach hatte die Planungen und Ausführung der Kircheninnenrenovation, Turmsanierung und Teilaußensanierung begleitet, die im Dezember 2020 abgeschlossen werden konnten. Er dankte den vielen Helfern, vor allem „den drei großen Säulen, die viele Stunden investiert haben und denen wir ganz viel zu verdanken haben“, Manuela Gottwald, Angelika Rothengaß, beide im Pfarrgemeinderat, sowie Helmar Wahl, der viele Jahre im Pfarrgemeinderat war.

Unterstützung von vielen Menschen

Rothengaß richtete ihre Dankesworte an die „vielen Menschen, die zur Renovation beigetragen haben“: Architekt Roland Stegmaier, Bildhauer Wolfgang Eckert und den vielen Ehrenamtlichen, ohne deren Einsatz „dieser Umfang der Renovation nicht möglich gewesen wäre“. Unter den letzteren hob sie Reimund Grömminger hervor, der sämtliche Elektroarbeiten ehrenamtlich geleistet hatte.

Pfarrer Lienhard und Erzbischof Burger mit den Ministranten.
Pfarrer Lienhard und Erzbischof Burger mit den Ministranten. | Bild: Stephan Borst

Auch die Altarweihe, die Weihe der Osterkerze sowie des neugestalteten Ambo, dem Tisch des Wortes, wurde durch das Zusammenwirken vieler zu einem „festlichen, würdevollen und für uns einzigartigen Gottesdienst“, stellte Rothengaß rückblickend fest: Pfarrer Michael Lienhard, der als „sehr geduldiger Ratgeber und Unterstützer“, wie Gottwald sagte, bei den Planungen dabei war und schon zur Generalprobe angereist war, Zeno Bianchini (Orgel), Christina Goldstein (Trompete) und Rebecca Jäger, die mit einer Schola des Kirchenchores den Gottesdienst musikalisch umrahmten, die Ministranten, alle mit einer speziellen Aufgabe versehen und das Livestream -Team mit Torsten Grömminger, Stephan Borst und Stephan Kessler.

„Feiner Kontrast zur Umgebung“

In seinem neuen Buch „Im Wandel der Zeit – 1250 Jahre Kirche St. Georg in Hoppetenzell“ beschreibt Historiker Fredy Meyer Folgendes: „Die künstlerische Umgestaltung des Altarraums oblag dem Bildhauer Wolfgang Eckert aus Furtwangen, dessen Entwurf 2018 bei einem Künstlerwettbewerb ausgewählt worden war. Größte Veränderungen sind ein gerundeter Altar und ein ebenfalls rundförmiger Ambo aus Stein, deren durch Lichtreflexion belebte Oberflächenstruktur in feinem Kontrast zur Umgebung steht.

Der von Eckert geschaffene Altartisch befindet sich anstelle des alten rechteckigen Holzaltars, der nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) aufgestellt wurde. Auch die Altarstufen wurden verändert. Die bisher geradförmige Chorstufenanlage macht nun einen weiten Bogen zum Kirchenschiff, um die Gemeinde näher an den Altar herantreten zu lassen.“