Dirigent Helmut Hubov begann in der Hauptversammlung seinen Bericht zum vergangenen Vereinsjahr mit einer positiven Feststellung: „Die Stadtmusik zählte Ende 2019 insgesamt 85 aktive Mitglieder und ist im Moment fast optimal besetzt.“

Hubov, der langjährige Leiter des Orchesters, ließ ein paar Glanzpunkte des vergangenen Jahres Revue passieren, wobei er das Konzert mit Johan de Meij und Johan van Iersel am 20. Oktober in der Jahnhalle als absoluten Höhepunkt bezeichnete.

Der erste Vorsitzende Manfred Wittig (zweiter von rechts) verleiht (von links) Josef Renz, Dieter Kempter und Carmen Reinl die Ehrenmitgliedschaft des Musikvereins.
Der erste Vorsitzende Manfred Wittig (zweiter von rechts) verleiht (von links) Josef Renz, Dieter Kempter und Carmen Reinl die Ehrenmitgliedschaft des Musikvereins. | Bild: Reinhold Buhl

So positiv Hubovs Rückblick bei der Generalversammlung im großen Probelokal der Stadtmusik ausfiel, so niederschmetternd waren die Eingangsworte des ersten Vorsitzenden Manfred Wittig bezüglich der Corona-bedingten Situation in 2020.

„So etwas hat man noch nicht erlebt – keine Konzerte, kein Probenbetrieb, ein leidender Kulturbetrieb in der Stadt und heute eine Versammlung ohne musikalische Umrahmung“. Mit diesen Worten beschrieb Wittig die düstere Lage, die bis dato im Orchesterbetrieb geherrscht hat.

Generalversammlung im Probenlokal – Corona-bedingt mit lichten Reihen.
Generalversammlung im Probenlokal – Corona-bedingt mit lichten Reihen. | Bild: Reinhold Buhl

„Die Kultur hat gelitten, sowohl seitens der Musiker als auch seitens der Bevölkerung“, fuhr Wittig fort, der allerdings den berühmten Silberstreif am Himmel zu sehen glaubt. Dank des Sicherheitskonzepts, das der Blasmusikverband erstellt habe, sei es nun wieder möglich, „langsam musikalische Fahrt aufzunehmen“.

Damit ende für die Musiker die grausame Zeit des einsamen Übens im eigenen Garten, auf dem Balkon oder gar im Badezimmer. Wittig bedankte sich bei den Aktiven, die während dieser Zeit ohne Dirigenten versucht haben, ihr hohes musikalisches Niveau zu halten.

Auch Bürgermeister Rainer Stolz, der die Entlastung sowie Neuwahlen übernahm, äußerte sich ähnlich wie Wittig. „Man spürt den großen Verlust durch das Fehlen unserer Musik“, betonte Stolz, der sich in der gut besuchten Versammlung als „Fan des Orchesters“ bekannte. Er bedankte sich bei Vorstand und Aktiven für die geleistete kulturelle Leistung in den vergangenen Jahren.

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Johannes Steppacher, Präsident des Blasmusikverbands Hegau-Bodensee, bedankte sich bei den Aktiven für deren Einsatz für die Blasmusik und überbrachte darüber hinaus die Nachricht, dass der MV Stockach eine finanzielle Zuwendung von 1100 Euro für Corona-bedingte Einnahmeausfälle erhalte, sehr zur Freude von Kassiererin Martina Schuler, die in ihrem Kassenbericht für das Jahr 2019 einen Gewinn von 9913 Euro vermelden konnte.

Den Bericht von Schriftführerin Claudia Kramer könnte man mit „von Fasnet bis Weihnachtskonzert“ überschreiben, denn sie sprach sämtliche Einsätze der Stadtmusik an.

Jürgen Schramm, der nach acht Jahren als Vize-Vorsitzender nicht mehr zur Wahl antrat, fand in Jochen Fischer einen kompetenten Nachfolger. Fischer, sehr bekannt als Leiter der Hans-Kuony-Kapelle, wird nun in Personalunion zwei Posten bekleiden: Zweiter Vorsitzender sowie Vize-Dirigent als Stellvertreter von Helmut Hubov. Schramm, der in seinem Orchester sehr beliebt ist, habe „einen tollen Job“ gemacht, wie Wittig in seiner Laudatio betonte.

Der erste Vorsitzende Manfred Wittig (rechts) verabschiedet Jürgen Schramm, der sich in acht-jähriger Tätigkeit als Vize große Verdienste erworben hat.
Der erste Vorsitzende Manfred Wittig (rechts) verabschiedet Jürgen Schramm, der sich in acht-jähriger Tätigkeit als Vize große Verdienste erworben hat. | Bild: Reinhold Buhl

Unter großem Applaus ernannte der Vorsitzende die Mitglieder Carmen Reinl, Josef Renz sowie Dieter Kempter zu Ehrenmitgliedern des Vereins. „Sie haben sich jahrelang unermüdlich für unseren Verein eingesetzt und werden deshalb zu Ehrenmitgliedern ernannt“, sagte Wittig.

Josef Renz etwa war unter anderem 23 Jahre Beisitzer im Vorstand, Verbindungsmann zur Musikschule Stockach, Fachmann für GEMA- und Versicherungsfragen und zusammen mit dem Kulturamt an der Einführung des Online-Buchungssystems maßgeblich beteiligt. „Alle Stockacher kennen ihn als „Mann an der Abendkasse“ bei unzähligen Konzertveranstaltungen“, ergänzte Wittig schmunzelnd.

Neues Ehrenmitglied: Josef Renz
Neues Ehrenmitglied: Josef Renz | Bild: Reinhold Buhl

Wittig gab für die nahe Zukunft noch zwei Termine bekannt: Am 11. Oktober, 11 Uhr, gibt es bei guter Witterung ein Stadtgarten-Konzert und am 19. Dezember das festliche Weihnachtskonzert mit dem Solisten Markus Volpert (Bariton) in der Jahnhalle.