Die Digitalisierung an den Schulen spielt eine immer größere Rolle. Wie dringend notwendig eine gute Ausstattung mit Endgeräten wie Tablets oder Computern sowie mit W-Lan ist, verdeutlicht derzeit die Corona-Pandemie. Um Schüler und Lehrer auf einen ausreichenden technischen Stand zu bringen, gibt es mittlerweile fünf Förderprogramme, insgesamt steht der Stadt Stockach dafür mit Eigenanteilen ein Volumen von rund 1,64 Millionen Euro zur Verfügung. Ein Teil des Geldes ist bereits in Maßnahmen geflossen, wie Hauptamtsleiter Hubert Walk in der jüngsten Gemeinderatssitzung mitteilte.

Fünf Förderprogramme für die Schulen

Aus dem Digitalpakt Schule gibt es 938.000 Euro. Zusammen mit den 20 Prozent Eigenkapital, das die Stadt Stockach zuzahlt, sind es rund 1,17 Millionen Euro. „Alle anderen Programme sind coronabedingt“, erklärte Hubert Walk. Das Sofortausstattungsprogramm etwa, über das es 206.000 Euro für die Anschaffung von Endgeräten zur Ausleihung an Schüler gibt, sei eingeführt worden, nachdem im ersten Lockdown deutlich wurde, dass nicht alle Schüler im Fernunterricht erreicht werden können. In Absprache mit den Schulen seien bereits 500 iPads sowie Schutzhüllen angeschafft worden, teilte Walk mit. Inzwischen stünden diese den Schulen auch schon zur Verfügung – und sie dürfen auch nach der Corona-Pandemie noch weiter verwendet werden. „Das entlastet unser Budget, das wir im Digitalpakt einsetzen wollten“, so Walk.

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Zusätzlich gibt es rund 60.000 Euro vom Corona-Unterstützungsprogramm Schulen, mit denen sowohl Endgeräte als auch raumlufthygienische Maßnahmen finanziert werden können. „Wir sind da in Kontakt mit den Schulen“, informierte Hubert Walk. Laut der Sitzungsvorlage sollen hier noch eine konkrete Abstimmung und im Anschluss dann die Bestellung der Ausstattung erfolgen.

Wünsche der Schulen spielen entscheidende Rolle

Im Rahmen des Administratoren-Förderprogramms, das sichern soll, dass die neuen digitalen Infrastrukturen auch gewartet werden können, werden der Stadt 103.000 Euro für 2021 und 2022 zur Verfügung gestellt. Wie Hubert Walk auf Nachfrage mitteilt, unterstütze das städtische Personal bereits jetzt die Grundschulen, am Schulverbund und am Gymnasium werden die Aufgaben derzeit jedoch noch von Lehrern oder Fremdfirmen übernommen.

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Wie es in Zukunft aussehen wird, hänge von den Wünschen der Schulen ab. Für den Fall, dass weitere Unterstützung von der Stadt nötig sei, sei in den Stellenplan bereits eine zusätzliche Stelle im IT-Bereich aufgenommen worden. „Das muss aber so nicht kommen“, betont Walk, es hänge von der Entwicklung ab. Rund 95.000 Euro bekommt die Stadt zudem zur Anschaffung von Geräten für Lehrkräfte. Umgesetzt werden soll das Vorhaben laut Hubert Walk im Laufe des Jahres.

Viel Geld für Verkabelungs-Arbeiten an Grundschulen

Im Rahmen des Digitalpakts wurden bereits die Gebäudeverkabelungs-Arbeiten für Gymnasium und Schulverbund für rund 126.000 Euro vergeben, für die Grundschulen und die Goldäckerschule soll die Vergabe noch stattfinden. Die Kostenschätzung liegt dort laut Sitzungsvorlage bei 236.000 Euro. „Das frisst fast das ganze Budget, das für die Grundschulen nach Stockach fließt“, so Walk.

Die Grundschule Stockach
Die Grundschule Stockach | Bild: Löffler, Ramona

Beim Schulzentrum sei weniger Geld nötig gewesen, weil an Gymnasium und Schulverbund bereits in der Vergangenheit derartige Arbeiten stattgefunden hätten. Deshalb seien dort weniger Maßnahmen nötig gewesen als an den Grundschulen und an der Goldäckerschule jetzt anfallen.

Die Zeit drängt

Ebenfalls wurden laut der Sitzungsvorlage alle Schulen mit einer WLAN-Grundausstattung versehen, sofern diese nicht bereits schon vorhanden war. Die Beschaffung eines gemeinsamen Servers für das Schulzentrum im Herbst 2020 sei außerdem förderfähig, ebenso wie dessen Klimatisierung. Die weitere Umsetzung der Medienentwicklungspläne an den Stockacher Schulen soll nach deren Fertigstellung beginnen. Derzeit hat laut Hubert Walk nur die Grundschule Wahlwies ihren Plan abgeschlossen.

„Wir gehen davon aus, dass wir uns auf eine vernünftige Ausstattung von allen Schulen einigen können“ – Hubert Walk, Hauptamtsleiter
„Wir gehen davon aus, dass wir uns auf eine vernünftige Ausstattung von allen Schulen einigen können“ – Hubert Walk, Hauptamtsleiter | Bild: Reinhold Buhl

Doch die Zeit dränge, wie er betonte: Die Mittel müssen bis Juni 2022 verwendet werden, „wenn wir sie bis dahin nicht abgerufen haben, gehen sie zurück ans Land“, erklärte Walk. Zielvorgabe für die Schulen ist nun, die Pläne bis zu den Osterferien abzuschließen. Die Einrichtungen hätten auch schon signalisiert, dass es damit klappen werde.

Fördergelder können noch nicht konkret verteilt werden

Erst, wenn die fertigen Medienentwicklungspläne vorliegen, kann laut Hauptamtsleiter Hubert Walk festgelegt werden, wie die Fördergelder konkret verteilt werden: „Wir warten ab, welche Wünsche kommen.“ In der Sitzungsvorlage heißt es allerdings, es sei zu erwarten, „dass die Mittel des Digitalpaktes für die Umsetzung einzelner Medienentwicklungspläne nicht ausreichen werden. Das Wünschenswerte wird vom Machbaren zu trennen sein.“

Hubert Walk revidierte in der Sitzung jedoch: Ob die Summe ausreiche, hänge damit zusammen, was Gymnasium und Schulverbund in den Plänen aufführen. Dadurch, dass diese beiden Schulen die meisten Schüler betreuen, entfalle schließlich ein großer Teil des Budgets an diese Einrichtungen. „Wir gehen davon aus, dass wir uns auf eine vernünftige Ausstattung von allen Schulen einigen können“, so Hubert Walk.