Zahlreiche Vereine und Organisationen helfen derzeit ganz solidarisch und unbürokratisch beim Einkaufen. In Stockach ist vor allem die Stadtjugendpflege aktiv. Als Idriz Dautaj dort sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) begonnen hat, konnte er noch mit Jugendlichen arbeiten.

„Das war toll, denn wir sind ungefähr im gleichen Alter“, erklärt der 21-Jährige. Seine jetzige Zielgruppe ist deutlich älter. Denn während Stadtjugendpfleger Frank Dei die Einkaufslisten annimmt, geht Idriz Dautaj einkaufen und bringt die Einkäufe zu Senioren und anderen Risikogruppen.

Zwei Anfragen pro Tag

„Anfangs waren beide Seiten etwas unsicher, wie das wohl klappen wird“, bekennt er. Doch nun sei das Vertrauen da und die Abläufe schon vertraut. Zu Beginn habe es nur zwei bis drei Anfragen pro Woche gegeben. Doch nachdem man Werbung für die Einkaufshilfe gemacht habe, sei die Zahl auf zwei Anfragen pro Tag gestiegen.

Je nachdem, was alles auf der Einkaufsliste steht, benötigt er dafür zwei bis vier Stunden. „Noch können wir das gut zu zweit bewältigen“, zieht Idriz Dautaj Bilanz. Er freue sich aber, dass es viele Helfer in Wartestellung gebe, falls die Anzahl der Anfragen steige.

Risikogruppen sollten zuhause bleiben

Immer noch gingen viele Menschen selbst einkaufen. „Ich wünsche mir, dass alle Angehörigen der Risikogruppen zuhause bleiben und unseren Service oder den anderer Initiativen nutzen“, sagt er. Dazu gehören nicht nur der Einkauf von Lebensmitteln und Drogerieartikeln, sondern auch Alltagserledigungen wie Gänge in die Apotheke oder zur Post.

Für ihn ist es selbstverständlich, mit einem Schutz über Mund und Nase einzukaufen. „Wenn das alle tun geben wir uns zusätzlichen Schutz“, ist er sich sicher. Auch andere Maßnahmen wie beispielsweise ausreichender Abstand und richtiges Händewaschen sind ihm schon in Fleisch und Blut übergegangen.

Auch Sportler engagieren sich

Auffällig ist, dass in der Krise nicht nur Organisationen mit anpacken, die das quasi als Vereinsziel formuliert haben, wie die Nachbarschaftshilfe in Orsingen-Nenzingen oder die Malteser. Gerade Sportler tun sich durch ihr Engagement hervor.

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So bieten sowohl der VfR in Stockach als auch der SV Aach-Eigeltingen ihre freien Kapazitäten an. Statt bei Training und Turnieren zu schwitzen, kaufen sie ganz unbürokratisch ein.

„Leider hatten wir nur wenige Aufträge, diese haben wir aber gerne ausgeführt“, erklärt Siegfried Endres, der Vorsitzende des VfR. Er vermutet, dass die Menschen jetzt den Service an anderer Stelle nutzen oder das Einkaufen als einen der wenigen Sozialkontakte sehen, die noch möglich sind.

Unterstützung durch #SKverbindet

Die Corona-Pandemie bedroht uns nicht nur gesundheitlich, sondern lähmt das öffentliche und soziale Leben. Viele Menschen brauchen Unterstützung und lokalen Unternehmen bricht das Geschäft weg. Als SÜDKURIER möchten wir einen Beitrag dazu leisten, damit wir in unserer Heimat gerade jetzt füreinander da sein können. #SKverbindet ist die Plattform, auf der sich Nachbarschaftshilfe organisiert und die Angebote lokaler Unternehmen oder Restaurants kostenlos auflistet.

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