Nun ist es offiziell: Es wird im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie keinen Schweizer Feiertag in Stockach geben. Die Stadtverwaltung und der Verein Handel, Handwerk und Gewerbe (HHG) als Mitveranstalter haben das Stadtfest für dieses Jahr abgesagt. Dies gab die Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung bekannt. Und auch ein weiteres großes Fest im Juni muss entfallen: Die Gemeinde Bodman-Ludwigshafen wird im Jahr 2020 kein Hafenfest veranstalten. Dies sagte Sandra Domogalla, Leiterin der Tourist-Info, in der jüngsten Gemeinderatssitzung.

In diesem Jahr dürfte derselbe Platz am dritten Juni-Wochenende ähnlich aussehen wie jetzt: ziemlich leer.
In diesem Jahr dürfte derselbe Platz am dritten Juni-Wochenende ähnlich aussehen wie jetzt: ziemlich leer. | Bild: Freißmann, Stephan

Hintergrund beider Absagen ist, dass Großveranstaltungen bis Ende August nicht stattfinden dürfen. Dies haben die Bundeskanzlerin und die Ministerpräsidenten in der vergangenen Woche beschlossen. Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz wird in der städtischen Mitteilung so zitiert: „Wir sehen unser Stadtfest als eine Großveranstaltung. Wenn aktuell über die Schutzmaskenpflicht diskutiert wird, die ab Montag schon beim Einkaufen gilt, dann können wir uns nicht vorstellen, dass in sieben Wochen ein unbeschwertes Stadtfest über die Bühnen gehen kann und gehen darf.“

Gleichzeitig dankte Stolz den Beteiligten, die in den Startlöchern standen, und den Sponsoren. Die Stadtverwaltung blickt nun nach vorne. Die Veranstalter würden nun versuchen, mit den Bands, Künstlern und allen Beteiligten Verträge für 2021 zu machen, so Kulturamtschef Stefan Keil laut der Pressemeldung.

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Und warum wird das Stadtfest nicht verschoben, beispielsweise auf den Herbst? Man habe alle Vor- und Nachteile abgewogen, schreibt Hauptamtsleiter Hubert Walk, der das Fest mit Stefan Keil federführend organisiert, auf Anfrage. Dabei sei es auch um komplizierte Umbuchungen, Herbstwetter für einen Anlass unter freiem Himmel und andere Veranstaltungen gegangen, die ebenfalls um Publikum werben. Ein wichtiger Punkt sei aber auch gewesen, Klarheit zu schaffen, statt eine Hängepartie fortzusetzen. Durch die Absage zum jetzigen Zeitpunkt könne man außerdem den Schaden für alle Beteiligten gering halten. Denn normalerweise müsste es jetzt an die „teilweise kostenintensiven Detailvorbereitungen“ gehen, so Walk laut der Pressemeldung.

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Beteiligte Vereine signalisieren jedenfalls Verständnis. Zum Beispiel der Verein HHG, der als Veranstalter von Straßenmarkt und Flohmarkt beim Schweizer Feiertag auftritt. Dessen Vorsitzender Siegfried Endres erklärt laut der Meldung: „Unser Team bedauert die Absage sehr. Unter den gegebenen Umständen bleibt uns aber keine andere Wahl. Wir hoffen, dass das Fest im nächsten Jahr dafür umso schöner wird.“ Auch Narrenrichter Jürgen Koterzyna kann die Absage verstehen. Ein so großes Fest könne man derzeit einfach nicht umsetzen, sagt er.

Trotzdem bedauert er, dass nun auch der Schweizer Feiertag dem Corona-Virus zum Opfer fällt: „Für das Narrengericht ist es wichtig, sich daran zu beteiligen.“ Für viele Jahre hat das Narrengericht den Schweizer Feiertag selbst veranstaltet. Und Gerd Stiefel, Vorsitzender der Ski-Zunft Stockach, sagt: „In der momentanen Situation ist es vernünftig, Schutzmaßnahmen zu ergreifen.“ Der Gesundheitsschutz gehe vor.

Auch so wird es in diesem Jahr an dieser Stelle nicht aussehen: Blick auf den Flohmarkt des Hafenfestes in Ludwigshafen im vergangenen Jahr.
Auch so wird es in diesem Jahr an dieser Stelle nicht aussehen: Blick auf den Flohmarkt des Hafenfestes in Ludwigshafen im vergangenen Jahr. | Bild: Susanne Schön

Nachdem bisher noch offen war, ob in Bodman-Ludwigshafen das Hafenfest im Juni und das Seefest im August vielleicht doch stattfinden können, gibt es nun Klarheit. Sandra Domogalla, Leiterin der Touristinfo, sagte am Dienstag im Gemeinderat, dass es kein Hafenfest geben werde. Es sei eindeutig, dass das Hafenfest unter die Regelung falle, dass bis Ende August Feste mit mehr als 1000 Besuchern nicht stattfinden dürfen. „Wir werden alles stornieren und absagen“, erklärte sie. Beim Hafenfest sei die Gemeinde der Ausrichter, beim Seefest seien es die Vereine. Deshalb müssten die Vereine das Seefest selbst absagen, erläuterte sie weiter. Bürgermeister Matthias Weckbach ergänzte: „Wir wollten nicht für die Vereine entscheiden, aber rein rechtlich ist das Seefest nicht zulässig.“ Denn auch dort werde die 1000er-Marke überschritten.

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