Wie die zartschmelzende Ganache in einer hauchfeinen Tafel gleichnamiger Süßigkeit haben die Besucher „Schokolade – Das Konzert“ der Popmusikerin Christina Rommel und Band genossen. Rund 168 geimpfte, genesene oder getestete Menschen waren, man möchte beinahe sagen: herbeigeströmt zur Roßberghalle Wahlwies, um diesem sowohl musikalischen als auch kulinarischen Ereignis beizuwohnen.

Christina Rommel agiert und musiziert mit ihrer Band während hinten Chocolatier Dirk Beckstedde im kupfernen Schokoladentopf rührt und kleine Täfelchen für das Publikum herstellt.
Christina Rommel agiert und musiziert mit ihrer Band während hinten Chocolatier Dirk Beckstedde im kupfernen Schokoladentopf rührt und kleine Täfelchen für das Publikum herstellt. | Bild: Constanze Wyneken

Herbeigeströmt – weil man Zuschauerzahlen in einer solchen Menge nicht mehr gewohnt ist, seitdem Corona vor mehr als eineinhalb Jahren auf den Plan trat. Und kulinarisch – weil man bei diesem Konzert nicht nur lauschen und gucken, sondern sogar kosten konnte.

Der Song „Schokolade“ brachte die Idee

Ein Fest für Nasch-Katzen (und -Kater) also und ein Geschmackserlebnis, welches von den Besuchern des Öfteren mit einem genussvollen „hmmmmmm!“ quittiert wurde, was Christina Rommel und ihrem eigens für die Konzerte gebuchten Chocolatier Dirk Beckstedde offenbar große Freude und Behagen bereitete.

Christina Rommel im Bühnengespräch mit ihrem Chocolatier Dirk Beckstedde bei ihrem Auftritt in der Roßberghalle.
Christina Rommel im Bühnengespräch mit ihrem Chocolatier Dirk Beckstedde bei ihrem Auftritt in der Roßberghalle. | Bild: Constanze Wyneken

Die Idee für diese Art Konzert sei ihr übrigens gekommen, nachdem so vielen Leuten ihr Song „Schokolade“ sehr gefallen hatte, erzählt Christina Rommel. Dann habe sie beschlossen, der Schokolade einen ganzen Konzertabend zu widmen und sie habe bei den ersten Konzerten dieser Art, die es seit zehn Jahren gibt, sogar noch selbst im Schokoladentopf gerührt. Seit sieben Jahren sei der Chocolatier dabei: „Und das ist wundervoll, denn ich kann immerzu alles probieren“, sagt Rommel.

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Eigentlich hatte das Schokoladenkonzert bereits vor eineinhalb Jahren stattfinden sollen, am 14. März 2020 nämlich. Dann kam jedoch Corona-Lockdown Nummer eins und machte dies unmöglich. Und auch der Ersatztermin am 21. November 2020 musste wegen des erneuten Lockdowns kurzfristig gestrichen werden.

Der damalige Stockacher Kulturamtsleiter Stefan Keil, der Christina Rommel zum ersten Mal 2019 in einem ihn begeisternden Konzert in Biberach erlebt hatte, sagt dazu mit einem Augenzwinkern: „Ich glaube fast, ich habe in meiner Amtszeit mit niemandem so oft telefoniert wie mit Christina Rommel.“ Im Juni dieses Jahres schritt Keil dann vom Stockacher Kulturamt zu seinem neuen Aufgabenfeld als Bürgermeister von Orsingen-Nenzingen.

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Also bemühte sich seine Vertreterin im Kulturamt, Christa Bart, zeitnah im Herbst dieses Jahres unbedingt noch einen Ersatztermin für den Ersatztermin mit Christina Rommel zu buchen. „Wir mussten ja immer schauen, wie die neuen Corona-Verordnungen lauteten und was überhaupt planerisch möglich war“, beschreibt sie die Umstände.

Und auch Christina Rommel war, wie sie selbst sagt, sehr bestrebt, einen Termin für Stockach möglich zu machen. Nicht zuletzt natürlich, da es sich während der Lockdowns erwiesen hatte, dass in der Politik Kunst und Kultur zwar als schön, jedoch nicht als systemrelevant eingeschätzt worden seien.

„Das hat den Leuten gefehlt“

„Kultur ist aber seelenrelevant. Sowas wie das hier, das hat den Leuten gefehlt“, sagt hierzu Konzertbesucherin Christine Rebholz aus Stockach, die ob des Konzerts überaus glücklich war. Und Keil fasst zusammen, was an diesem Abend mehr als deutlich wurde: „Die Leute lechzen nach Kultur.“

Live auf der Bühne erschuf der Choloatier im Ensemble mit Christina Rommel und Band rührig und rührend Schokoladenkreationen, während lieblicher Kakaoduft die Roßberghalle erfüllte. Diese Kreationen wurden alsdann von sechs Schokoladenmädchen, jungen Damen aus Stockach und Umgebung, auf Silbertabletts unter den Konzertbesuchern verteilt: von Schokolade mit Chili-Kirsch-Edelbrand über Schokolade mit einer Chardonnay-Note bis hin zu Täfelchen, die gar mit einem Goldplättchen verziert waren.

Die Songs berühren das Publikum

Und auch auf die Ohren gab es tüchtig etwas – denn Christina Rommels Songs berührten sichtlich das Publikum, verleiteten zum Wippen, Schaukeln, Schnipsen, Summen und sogar hier und da zum Tanzen, während man sogar Menschen sich glückselig in den Armen liegen und Tränchen verdrücken sah, wie zum Beispiel Carolin Moll und Rebekka Auer, beide aus Mühlingen.

„Das ist hier unser Abend“, sagt Carolin Moll und erzählt, dass ihre Freundin Rebekka ihr das Konzertticket vor eineinhalb Jahren zum Geburtstag geschenkt hatte und sie nun so lange auf dieses Ereignis hatten warten müssen, während die Zeit dazwischen für die beiden Mütter teils auch nicht einfach gewesen sei. „Wir haben das so genossen, mal einen Abend keine Verantwortung zu haben und einfach zu genießen“, sagt Rebekka Auer. „Und die Christina Rommel hat so eine beinahe mütterliche und unglaublich nette Art.“

Dies fand auch Laura Keller (12) aus Zoznegg, die die Karte für dieses Konzert, ihr erstes überhaupt, von ihrer Oma geschenkt bekommen hatte. „Ich würde wiederkommen“, sagt Laura und strahlt. Wegen der Musik? Klar – aber auch ein bisschen wegen der Schokolade. Denn Schokolade ist, wie man im Konzert neben vielen anderen Fakten über die Schokolade lernen konnte, so Vieles: Glück, Lust, Freude, Genuss, Verführung, Trost – und „punkt, punkt, punkt“, wie eine Konzertbesucherin schelmisch anfügte.