Dass Klimawandel und Artensterben jetzt stattfinden, beschäftigt und bewegt wohl jeden, auch den Stockacher Gemeinderat. Das Stadtbauamt Stockach hat einen Katalog von Maßnahmen, die die Stadt Stockach in den Bereichen Klima-, Arten- und Umweltschutz bereits vorgenommen oder geplant hat, zusammengestellt. Dieser Katalog sollte in der jüngsten Sitzung dem Gemeinderat und der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Die Räte beschlossen jedoch, dass so viel Diskussionsbedarf besteht, dass den Themen ein eigener Termin eingeräumt werden muss. Man war sich im Rat einig, dass die Klimaziele realistisch bleiben müssten.

Realismus ist gefragt

Man brauche zum Beispiel in vielen Bereichen Bürgerbeteiligung – hierauf wies der zuständige Leiter des Stadtbauamts, Willi Schirmeister, hin. Es bringe nichts, wenn man sich Ziele im Bereich Klimaschutz setze, die zu bestimmten Zeiten erreicht sein sollen, wenn deren Erfüllung nicht realistisch sei. Der Gemeinderat müsse sich darüber klar werden, was er eigentlich wolle.

Prioritäten setzen, um Ziele zu erreichen

Ratsmitglied Karl-Hermann Rist (Grüne) sagte hierzu: „Ich finde die Idee einer Klausurtagung gut. Es wäre wichtig, zu sehen, was es an Ressourcen braucht, um die Ziele zu erreichen? Es bedarf einer guten Koordination und ich fände es gut, wenn man sich dafür Zeit nähme!“ Bürgermeister Rainer Stolz beschloss: „Wir sollten uns an einem Samstag im November Zeit nehmen für die in der Liste aufgeführten Themen. Da können wir Prioritäten setzen. Wichtig ist, dass der Gemeinderat gemeinsam hinter den Themen steht. Wir müssen nicht alle einer Meinung sein, aber wir müssen es schaffen, uns zu einigen.“

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Im Maßnahmenkatalog des Stockacher Stadtbauamtes heißt es: „Die Stadt Stockach hat in den vergangenen Jahren einiges zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes und für den Arten- und Umweltschutz getan. Das reicht jedoch noch nicht aus. Um aktiv und strukturiert Maßnahmen zur Verringerung des CO2-Ausstoßes und zum Arten- und Umweltschutz umsetzen zu können, ist es notwendig, möglichst viele Handlungsfelder und Maßnahmen zu definieren und deren Potentiale zu ermitteln, sowie diese gezielt anzugehen. Aufgrund der Vielzahl möglicher Einzelmaßnahmen wird es notwendig, Prioritäten festzulegen.“

Von der Sanierung bis zum Dienstwagen

Im Handlungsfeld Klimaschutz wurden bisher beispielsweise folgende Maßnahmen vorgenommen: Erfassung der noch nicht energetisch sanierten Gebäude, insbesondere der Wohngebäude. Die Vorlage eines Energieberichts soll alle drei Jahre stattfinden, das Radwegekonzept wird umgesetzt. Dienstwagen mit E-Antrieb werden beschafft und die Umstellung der Straßenlaternen auf LED erfolgt.

Weniger Pestizide auf städtischen Flächen

Im Handlungsfeld Arten- und Umweltschutz werden zum Beispiel Beschränkungen des Pestizideinsatzes auf städtischen Flächen in Pachtverträgen festgelegt. Dies gilt, sobald Pachtverträge verlängert oder neu abgeschlossen werden. Es läuft eine Verpflichtung zur Freihaltung von Ackerrandstreifen bei Neuverpachtung oder Verlängerung. Es geht auch um die Anlage von Grün- oder Blühflächen im öffentlichen Raum.

Zukünftige Themen sind im Handlungsfeld Arten- und Umweltschutz beispielsweise: Heimische Bepflanzung, Neupflanzung von Bäumen und Implementierung von Blühflächen in das Gelände, Begrünung von Parkplätzen; die Anlage des Aachsees im geplanten Naherholungsgebiet Aachpark.