Das Coronavirus macht vor der Fasnacht nicht halt – und das nun gewissermaßen sogar rückwirkend. Betroffen ist die Übergabe des Strafweins ans Stockacher Narrengericht, die am Freitag, 16. Oktober, geplant war. Was normalerweise ein glanzvoller Anlass ist, wird nun abgesagt. Der Grund: Der Narrengerichts-Beklagte des Jahres 2020, Grünen-Politiker Cem Özdemir, lebt in Berlin. Dort verzeichnete das Robert-Koch-Institut in den vergangenen sieben Tagen 58,4 Corona-Fälle pro 100.000 Einwohner (Stand 11. Oktober). Liegt dieser Wert, die Sieben-Tage-Inzidenz, bei über 50, dürfen Gäste aus einer solchen Gegend laut der „Corona-Verordnung Beherbergungsverbot“ des Landes Baden-Württemberg nicht untergebracht werden. Özdemir musste absagen, teilt Narrenrichter Jürgen Koterzyna mit.

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Die Reise zur Dienstreise zu erklären, wäre eine Möglichkeit gewesen, heißt es in der Meldung weiter. Dabei würde allerdings die Gefahr bestehen, dass das negativ aufgenommen werde. Sollte die Regelung zum Beherbergungsverbot aufgehoben werden, könnte die Strafweinübergabe theoretisch doch noch stattfinden, sagt Koterzyna auf Nachfrage – dann allerdings höchstens ganz spontan. Die Veranstaltung werde in jedem Fall möglichst bald nachgeholt, schreibt er in der Mitteilung.

Narrengericht plant eine Verhandlung

Was man bei der Strafweinübergabe nun erlebt, gelte für alle Planungen zur Fasnacht, so Koterzyna im Gespräch: „Man sieht, wie Corona einem auch kurzfristig einen Strich durch die Rechnung machen kann.“ Was die Veranstaltungen im nächsten Februar angeht, gelte: „Wir sind vorsichtig optimistisch.“ Das Narrengericht plane alles, was verantwortbar sei – unter anderem eine Narrengerichtsverhandlung, wenn auch anders als gewohnt. Bälle werde es 2021 nicht geben. Am kommenden Wochenende mache man sich auf Ebene der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) Gedanken über alternative Formate zur Fasnacht. Einen Veranstaltungsplan solle es dann Anfang November geben.

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