Die in Konstanz lebende Lina Seitzl (31), sozialdemokratische Bundestagskandidatin für den Wahlkreis Konstanz, hat sich viel für den Wahlkampf vorgenommen. Diesen Eindruck bekamen die 16 Teilnehmer der fast zweistündigen Zoom-Konferenz, in der Seitzl, geboren in der Ortenau, ihre Schwerpunktthemen präsentierte.

Stefan Gänzle, der stellvertretende SPD-Ortsverbandsvorsitzende, der die als Kennlerngespräch propagierte Online-Veranstaltung zusammen mit Alexandra Schwab-Strauß moderierte, freute sich, die Kandidatin in Stockach begrüßen zu können, auch wenn dies nur per Video-Schalte möglich war. Seitzl wiederum eröffnete ihren Kurzvortag mit dem selbstbewussten Eingangsstatement: „Wir können hier sicher ein Zeichen setzen und im September in den Bundestag einziehen.“

Bei der Umweltpolitik soll der soziale Aspekt im Vordergrund stehen

Seitzl nannte die aus ihrer Sicht entscheidenden Themen, die nötig seien, dieses ambitionierte Ziel zu erreichen: Bekämpfung der Pandemie, soziale Gestaltung der Arbeitswelt, Investitionen in Bildung und Infrastruktur, Innovationen im Gesundheitswesen sowie eine Umweltpolitik, die den Klimawandel im Fokus hat.

Zu diesem Thema stellte Claudia Weber-Bastong eine Frage zur Abgrenzung der SPD gegenüber den Grünen. „Wir müssen bei unserer SPD-Umweltpolitik den sozialen Aspekt in den Vordergrund stellen“, betonte Seitzl, denn man müsse zum Beispiel fragen, was der Mieter davon habe, wenn die Politik Photovoltaik verpflichtend auf den Dächern vorschreibe.

Sozialversicherungspflicht für alle Beschäftigungsverhältnisse

Gudrun Herzog und Susanne Eschenburg, altgediente SPD‘lerinnen, schnitten in ihren Beiträgen das Thema prekäre Beschäftigungen von Frauen an. „Dieses Thema beackern wir, seit ich SPD-Mitglied bin – und das sind 49 Jahre – und es ist kein Ende in Sicht“, erklärte Eschenburg. Herzog forderte, dass alle Beschäftigungsverhältnisse sozialversicherungspflichtig sein müssten, und betonte, dass dann das leidige Thema Grundrente obsolet wäre.

Das Leib- und Magenthema Seitzls scheint jedoch die Bildungspolitik zu sein. „Bildungs-Ungerechtigkeit hat mich damals zur SPD gebracht“, betont sie und spielt damit auch auf ihre eigene Biographie an, wenn sie betont, dass sie eine der wenigen sei, die es aus einem Nicht-Akademikerhaushalt in die heutige Position geschafft habe.

Mehr Investitionen im Bildungsbereich

Deshalb fordert sie auch für den Bildungsbereich größere Investitionen: „Es ist traurig, dass erst die Pandemie nötig war, um die Digitalisierung in den Schulen voranzubringen“. Eine Herzensangelegenheit scheint ihr auch die berufliche Bildung zu sein. „Wir müssen an der Qualität der beruflichen Bildung arbeiten und dafür sorgen, dass jeder, der es möchte, auch einen beruflichen Abschluss bekommt“, betonte Seitzl. Dafür sei eine Zusammenarbeit der Betriebe und der Politik erforderlich.