Die beiden Wahlwieser Maximilian Renner und Florian Mauch haben im rheinland-pfälzischen Ahrweiler das Wohl anderer über die eigenen Bedürfnisse gestellt: Nach der Flutkatastrophe im Juli dieses Jahres in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind die Beiden mit schweren Maschinen, Bagger, Schaufellader und Kran der Firma Renner und mit Helfern ins Katastrophengebiet gefahren, um schnell Hilfe zu leisten.

„Und wenn Menschen helfen, wo Hilfe dringend notwendig ist, obgleich sie auch Eigenes und Anderes zu tun hätten, dann darf dies auch gerne deutlich gewürdigt werden“, sagte der Wahlwieser Ortsvorsteher Udo Pelkner, der in der jüngsten Sitzung des Stockacher Gemeinderats einen rührenden Brief vorlas: Den Brief einer Frau aus Ahrweiler vom 8. August dieses Jahres, den diese an die Gemeinde Wahlwies geschrieben hatte und der ihr, so schreibt sie, eine Herzensangelegenheit war.

Situation ist immer noch dramatisch

Eine Herzensangelegenheit war es auch für Udo Pelkner, dem Stockacher Gemeinderat und somit der Öffentlichkeit diesen Brief vorzutragen und vor diesem seine Bewunderung, seine Hochachtung und seinen Dank für die Hilfe der beiden Wahlwieser auszudrücken.

Pelkner hob in seiner Ansprache zum Brief besonders hervor, wie dramatisch die Situation auch jetzt noch in Ahrweiler ist. So seien dort noch über 180 Häuser unbewohnbar, der Winter nahe in schnellen Schritten heran und es fehle an Baumaterial und Handwerkern. In dieser Situation sei es ohne Zweifel von Bedeutung, Geldspenden zu erhalten – Pelkner erinnerte hier auch an die durch Maximilian Renner mit Freunden organisierte Spendenaktion, die 20.000 Euro eingebracht hat.

„Es ist doch so nah“

Auf die Frage, warum er zum Helfen nach Ahrweiler fuhr, sagte Maximilian Renner, der Mechatroniker für Landmaschinen mit eigener Firma ist, jüngst dem SÜDKURIER: „Es ist doch so nah, man ist schnell dort.“

In der Stockacher Gemeinderatssitzung räumte man Maximilian Renner die Gelegenheit eingeräumt, von seiner Hilfsaktion in Ahrweiler zu berichten. Hierbei dürfte allen Anwesenden durch die Wucht der drastischen Bilder und Renners Schilderungen klargeworden sein, welches Leid die Menschen im Katastrophengebiet erlitten haben und noch immer erleiden.

Das könnte Sie auch interessieren

Und wenn schon allein Bilder so eindrucksvoll sein können, wie sehr muss es auf die Beteiligten nachwirken, die diese Bilder in Wirklichkeit erlebten – Erlebnisse, die den Rest ihres Lebens prägen werden, wie es auch Udo Pelkner formulierte. Maximilian Renner erzählte von einem Bundeswehr-Arzt, der im Gespräch mit ihm gesagt habe, dass er solch ein Leid noch nicht gesehen hätte. Wohlgemerkt sei dieser Arzt auch schon in Afghanistan tätig gewesen.

Uta Wenzel, die Frau aus Neuenahr-Ahrweiler, schrieb in ihrem Brief: „Vor über drei Wochen ist über unser Ahrtal eine nicht zu begreifende Katastrophe durch eine Hochwasserflut eingebrochen und eine zerstörerische Walze hat unvorstellbares Leid in fast jeden Haushalt (wenn noch vorhanden) gebracht.“

„Ich wäre aufgeschmissen ohne diese Hilfe“

Sie beschreibt, wie Maximilian Renner und Florian Mauch mit Helfern und Maschinen unerwartet eintrafen und spontan zu helfen begannen: „Diese freundlichen und supernetten, jungen Männer scheuen keinerlei Mühen, kennen keine Pausen oder Feierabend, keinen Samstag oder gar heiligen Sonntag. Sie sind zu Jedermann hilfsbereit, versuchen alles, um unser Leid durch tatkräftiges Zupacken und den Einsatz diverser Maschinen ein wenig zu lindern und den Weg in ein bisschen Aufräumen im Chaos zu unterstützen. [...] Ich wäre aufgeschmissen ohne diese Hilfe. [...] Auch wenn beide Firmen offiziell von den diversen Familien über deren Versicherungen entlohnt werden, wollte ich Sie wissen lassen, dass dieser Einsatz über alles Vorstellbare hinausgeht und bestimmt auch von der Gemeinde anerkennend gewürdigt werden sollte.“

„Ich ziehe den Hut“

Die Gemeinde Wahlwies, vertreten durch Udo Pelkner, würdigte. Genauso wie Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz, der Maximilian Renner und auch Florian Mauch, der aktuell noch immer zum Helfen im Krisengebiet ist, für ihr außerordentliches Engagement dankte. Ortsvorsteher Udo Pelkner, der auch als Zunftmeister der Wahlwieser Stierzunft Muhwiesen den Stolz auf sein Zunftmitglied kaum verheimlichen konnte, fasste zusammen: „Ich kann nur dankbar, beeindruckt und ein bissle stolz den Hut vor diesen tollen, jungen Menschen ziehen.“