Als der achtjährige Henri aus Stockach mit seiner Mutter anlässlich des Weltspartags in Stockach sein Geld einzahlen wollte und gespannt war, wie viel er wohl gespart hatte, erlebte er eine Überraschung: Sein Geld sollte diesmal nicht direkt aufs Sparbuch fließen, sondern in einer durchsichtigen Plastiktüte nach Singen zur Hauptstelle geschickt werden.

Betrag wird erst in ein paar Tagen gutgeschrieben

In ein paar Tagen würde der Betrag dann auf seinem Sparkonto gutgeschrieben, erklärte die Angestellte. Dem Jungen war dies nicht ganz geheuer, er überlegte, ob da nicht jemand einfach etwas rausnehmen könne – und nahm sein Sparschwein wieder mit heim.

Warum lief es in diesem Jahr anders als bisher? War dieser Ablauf auch der Corona-Pandemie geschuldet? In der Tat liege es daran, bestätigte Heribert Schwarz, Pressesprecher der Sparkasse Hegau-Bodensee. „Auch wir als Sparkasse müssen in diesem Jahr einen Weg gehen, den wir in normalen Zeiten wohl nie gegangen wären.“

Weltspartag gilt den ganzen Monat

Dabei stehe die Gesundheit der Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an erster Stelle. Diesmal hatten die jungen Sparfüchse nicht nur rund um den Weltspartag Ende Oktober die Möglichkeit, ihr Geld zu bringen und sich ein Geschenk auszusuchen, sondern den ganzen Monat lang. Darüber hatte das Geldinstitut die jungen Mitglieder ihrer Clubs per Post informiert.

Die Kinder und Jugendlichen konnten auch an einem Malwettbewerb oder Wissens-Quiz teilnehmen und wertvolle Preise gewinnen. Alle Hygienemaßnahmen seien im Vorfeld abgestimmt worden.

Mäuse, Trinkflaschen, LED-Ketten oder ein Spiel gibt es für junge Sparer, die ihr Geld zur Sparkasse bringen. In der Schillerstraße in Stockach kommt es in eine Plastiktüte (“Safe Bag“) und wird in Singen gezählt und dem Sparkonto gutgeschrieben. Dieser Vorgang ist Teil des Hygienekonzepts.
Mäuse, Trinkflaschen, LED-Ketten oder ein Spiel gibt es für junge Sparer, die ihr Geld zur Sparkasse bringen. In der Schillerstraße in Stockach kommt es in eine Plastiktüte (“Safe Bag“) und wird in Singen gezählt und dem Sparkonto gutgeschrieben. Dieser Vorgang ist Teil des Hygienekonzepts. | Bild: Claudia Ladwig

„Das Bargeld ist dabei nicht das Problem, sondern das Halten des Abstands“, sagte Schwarz und betonte: „Das Zählen des Geldes soll für das Kind ein Erlebnis sein, das war es früher auch.“ Um den Vorgang abzukürzen, käme das Geld aber jetzt tatsächlich in eine durchsichtige Plastiktüte, einen Safe Bag. Die Plastiktüte werde später nach dem Vieraugenprinzip geöffnet und das Geld gezählt.

Sparen ist noch immer wichtig

Für den elfjährigen Timo Kromer aus Ludwigshafen war das so in Ordnung. Er habe sein Geld schon daheim gezählt, sagte er und verriet, dass er schon für den Autoführerschein spare. Sparen bleibe ein Thema und den Spargedanken wollten sie auf jeden Fall aufrechterhalten, erklärte Heribert Schwarz. Aber er könne Henris Reaktion verstehen und bot ihm deshalb auch ohne das eingezahlte Geld ein Weltspartagsgeschenk an.

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Die Volksbank Überlingen beschreitet einen anderen Weg. Mitarbeiterin Marion Freund berichtete, dass das Ersparte direkt gezählt und gutgeschrieben werde, zumindest dann, wenn in der Filiale eine Zählmaschine vorhanden sei. Die Kinder bekämen etwas Schokolade.

Denn man habe sich vor einigen Jahren entschieden, auf die üblichen Kleingeschenke zu verzichten und lieber einigen Kindergärten und Schulen größere Geldbeträge für nachhaltige Anschaffungen zu spenden, die von deren Trägern nicht finanziert würden. Daraus entstand der Wettbewerb „Wünsch dir was“. 114 Kindergärten und Schulen im Geschäftsgebiet der Volksbank Überliegen wurden schon im Sommer darüber informiert, 36 machten mit.

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Coronabedingt war die Teilnahme einfacher als zuvor: Waren bisher gemeinsam angefertigte Bastelarbeiten gefragt, brauchten die Gruppen diesmal nur in einer E-Mail ihren Wunsch beschreiben. Dann entschied das Losverfahren, welche zwölf Gewinner es gab. Acht von ihnen erhielten 500 Euro, vier sogar 1500 Euro. „So haben viele Kinder lange was davon“, sagte Marion Freund.

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