Unter 16 Beispielprojekten ist auch die Sanierung der Radolfzeller Straße und Heinrich-Fahr-Straße (B 313) in Stockach im Jahresbericht 2019 des Regierungspräsidiums Freiburg (RP) vertreten. Es ist sogar eine von nur zwei genannten Maßnahmen im Bereich „Straße und Verkehr“. Der Jahresbericht hebt Exemplarisches für den Klimaschutz hervor.

Was so Besonders ist

Im Fall der B 313 handelt es sich um einen besonderen neuen Straßenbelag. Oder genauer gesagt: Ein Granulat, das der Asphaltdeckschicht beigemischt wurde, und zur Sauberhaltung der Luft sowie der Reduzierung von Lärm beiträgt. Stockach ist so Teil eines landesweiten Pilotprojekts geworden.

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„Unser Haus hat sich im vergangenen Jahr den Schwerpunkt Klimawandel gesetzt“, schreibt Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer im Grußwort. Es solle gemeinsam an der großen Herausforderung des Klimawandels gearbeitet werden. Das Handeln sei „immer von dem Gedanken getragen, die Lebensbedingungen in unserer Region zum Wohl der Menschen zu erhalten und weiter zu verbessern“.

Was der Spezialasphalt bewirkt

Stockach ist mit der Bundesstraße 313 innerorts nach Stuttgart die zweite Stadt im Land, die einem photokatalytischen Asphaltbelag erhalten hat. Der Jahresbericht zitiert Yvonne Guduscheit, Leiterin der Neubauleitung Singen des Regierungspräsidiums: „Es freut uns sehr, dass die Sanierung der Bundesstraße in Stockach als Pilotprojekt für diesen neuen Straßenbelag ausgewählt wurde.“

Der Clean Air-Asphalt baue durch das photokatalytische Abstreumaterial mit Titandioxid giftige Stickoxide ab und wandle diese in unschädliche Stoffe um, fasst der Bericht zusammen. Für Stuttgart erklärt der Beitrag, dass Messungen dort bereits ergeben hätten, dass sich der Lärmpegel bei 40 Stundenkilometern um ein bis zwei Dezibel verringert habe. Das entspreche in der akustischen Wahrnehmung einer Abnahme des Verkehrsaufkommens zwischen 20 und 35 Prozent.

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Wie der Stand bei Messdaten aus Stockach ist

Zur Stadt Stockach, wo in der Radolfzeller Straße Tempo 50 gilt, werden im Bericht noch keine Zahlen genannt. Es findet aber auch hier eine wissenschaftliche Begleitung statt. Auf SÜDKURIER-Nachfrage erklärte die Pressestelle des Verkehrsministeriums: „Die Ergebnisse werden zur Zeit von Experten bewertet.“

Allgemein könne bereits gesagt werden, dass sich die Jahresminderung von Stickstoffdioxiden im unteren einstelligen Prozentbereich befinde. Diese Reduzierung sei abhängig von vielen Faktoren wie zum Beispiel der Windgeschwindigkeit, täglichen Sonnenstunden und der Anzahl von Regentagen. Um diesen Spezialasphalt mit anderen lärmmindernden Belägen zu vergleichen, sei die Messung des Lärmpegels über einen längeren Zeitraum notwendig, so die Antwort weiter.