39 Jahre lang hat der ehemalige Stadtpfarrer Heinrich Stier die Geschicke der Stockacher Sankt Oswald Pfarrei verantwortlich geleitet und geprägt. Am Dienstag ist Stier im Alter von 90 Jahren verstorben. Eine entsprechende Nachricht bestätigte Pfarrer Michael Lienhard gegenüber dem SÜDKURIER. „Er hat viel für die Stadt und die Menschen, die darin leben, getan. Stockach lag ihm sehr am Herzen, er war mit der Stadt tief verbunden“, sagt Lienhard.

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Heinrich Stier wurde am 24. August 1931 im Wiesental geboren. Nach dem Abitur, das er in Mannheim ablegte, begann er ein Studium der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre. Eigentlich war ihm eine kaufmännische Karriere vorgezeichnet. Doch Stier entschied sich anders: Sein Engagement in der kirchlichen Jugendarbeit und als Organist in seiner Heimatgemeinde Sankt Jakobus waren für seine spätere berufliche Neuausrichtung wegweisend. Er studierte katholische Theologie und ging danach auf das Priesterseminar. Die Priesterweihe erhielt Stier im Jahr 1959 im Freiburger Münster.

60-jähriges Priesterjubiläum im Jahr 2019

1966 zog es Stier nach Stockach, wie Pfarrer Michael Lienhard berichtet. Bis zum Jahr 2005 war er dort als Pfarrer aktiv. Manfred Peter, ehemaliger Vorsitzender des Pfarrgemeinderates, erinnert sich: „Heinrich Stier war ein Original.“ Vor allem aufgrund seines einnehmenden Wesens und seiner markanten Stimme. „Er hat für seine Gottesdienste kein Mikrofon gebraucht“, sagt Peter. Heinrich Stier hätten laut Peter vor allem die Kinder und Ministranten am Herzen gelegen. Noch im hohen Alter hätte er in der Grundschule Religion unterrichtet. „Die Kinder haben sich immer sehr auf diese Stunden gefreut“, sagt Peter. Stier sei zudem ein großer Freund der Fasnet in Stockach gewesen. „Er war einfach gesellig“, so Peter. Michael Lienhard beschreibt Heinrich Stier als einen Menschen mit klaren Vorstellungen. So sei er auch nach 60 Priesterjahren noch immer in der Seelsorgeeinheit Stockach aktiv gewesen: „Er hat auch nach seinem Ruhestand immer wieder dabei geholfen, Gottesdienste mitzugestalten.“