Wenn im Schulzentrum in der Stockacher Dillstraße Tag der offenen Tür ist, haben die Besucher ein volles Programm vor sich. Denn für viele Familien geht es zu dieser Jahreszeit darum, welche Schule der Nachwuchs nach der Grundschule besuchen soll. Am Samstag luden das Nellenburg-Gymnasium und der Schulverbund Nellenburg wieder zum Kennenlernen ein. Beide Schulen legten sich mächtig ins Zeug, um die Viertklässler und ihre Eltern von ihren Qualitäten zu überzeugen – inklusive Einführungsprogramm, Besichtigungen und großen Mengen von Informationen.

Die Zirkussport-AG ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Aktivitäten am Nellenburg-Gymnasium. Auch Schüler anderer Schulen können in der Gruppe mitturnen.
Die Zirkussport-AG ist seit vielen Jahren fester Bestandteil der Aktivitäten am Nellenburg-Gymnasium. Auch Schüler anderer Schulen können in der Gruppe mitturnen. | Bild: Claudia Ladwig

Holger Seitz, Leiter des Nellenburg-Gymnasiums, wandte sich direkt an die Viertklässler. Er erklärte ihnen die Besonderheiten: Hier hätten sie neun Jahre Zeit bis zum Abitur. Es gebe eine bilinguale Klasse und nach Französisch oder Latein in Klasse sieben käme eine dritte Fremdsprache hinzu, es sei denn, man wähle in Klasse neun Musik oder Naturwissenschaft und Technik (NWT) als Profilfach.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Schule biete zahlreiche Arbeitsgemeinschaften an, die von Theater und Musical über Chor und Bigband bis zu Jugend forscht und Diskutieren in englischer Sprache (English Debating) reichten. Seitz erklärte unter anderem das Leitbild der Schule. Darbietungen der Bigband, des Unterstufenchores, der Zirkussport-AG sowie der Tanz-AG vermittelten dem dicht gedrängten Publikum in der Aula erste Eindrücke.

Soziales Projekt mit Textilien: Beim Schulverbund nähten Adina Brecht, Lehrerin Ute Rauscher, Elisabeth Pohl und Lara Sauter (von links) für einen guten Zweck. Der Verkaufserlös geht an eine Schule für die Ärmsten der Armen in Indien.
Soziales Projekt mit Textilien: Beim Schulverbund nähten Adina Brecht, Lehrerin Ute Rauscher, Elisabeth Pohl und Lara Sauter (von links) für einen guten Zweck. Der Verkaufserlös geht an eine Schule für die Ärmsten der Armen in Indien. | Bild: Claudia Ladwig

Lehrerteams führten anschließend durchs Gebäude, wo in über 30 Räumen Aufführungen und Präsentationen stattfanden. Das Improvisationstheater begeisterte ebenso wie die chemischen Schauexperimente oder die Physik-Vorführungen. Gewinner von „Jugend forscht“ präsentierten ihre Arbeiten, die Informatik-AG zeigte selbstgebaute Roboter und Gäste konnten hinter die Kulissen blicken: Das Bühnenbild für „My fair Lady“ wurde gestaltet und eine öffentliche Musical-Probe stand an. Mitmach-Aktionen wie Kinderschminken, Schulhausrallye oder Knobelspiele gefielen auch jüngeren Geschwistern.

Schulleiter Holger Seitz begrüßt viele interessierte Viertklässler und ihre Familien beim Tag der offenen Tür im Nellenburg-Gymnasium.
Schulleiter Holger Seitz begrüßt viele interessierte Viertklässler und ihre Familien beim Tag der offenen Tür im Nellenburg-Gymnasium. | Bild: Claudia Ladwig

Im Schulverbund Nellenburg verlief der Tag ähnlich. Hier eröffnete Schulleiterin Beate Clot die Veranstaltung. Die folgenden Auftritte vermittelten Einsichten in den Schulalltag. Fünftklässler beeindruckten mit einem Instrumentalstück, die Parallelklasse mit Rhythmik und Gesang. Eine Gruppe von Siebtklässlern rappte eine Ballade in Jugendsprache und Mädchen der Klassenstufen acht und neun zeigten Rope Skipping – Seilspringen mit sportlichem Ehrgeiz – sowie eine Tanzchoreografie. Sechstklässler sangen abschließend „Applaus, Applaus“.

Überall tummelten sich Gäste. In den naturwissenschaftlichen Räumen durften die Kinder experimentieren, in der Schulwerkstatt hämmern. Siebtklässler luden zu frischen Crêpes ein, eine fünfte Klasse präsentierte alles rund um den „Lernort Bauernhof“ – Wettmelken und Quiz inklusive. Die Ideen seien von den Schülern gekommen, lobte Lehrerin Claudia Schiel. Auch die Schulsanitäter waren fleißig: Luis von Hahn maß auf Wunsch den Blutdruck der Besucher, andere schminkten täuschend echt aussehende Wunden.

Sozialprojekt für eine Schule in Indien

Nebenan saßen Achtklässlerinnen mit ihrer Lehrerin Ute Rauscher an Nähmaschinen. Sie fertigten bunte Taschen für Taschentücher, Schlüssel oder Kleingeld. Der Erlös geht an eine Schule in Kalkutta. Die Idee dazu stammte von Schülerin Elisabeth Pohl, deren Vater Marcus die indische Schule für die Ärmsten der Armen mit aufgebaut hat. Die Lehrer seien sehr offen, es komme vielleicht bald zu einer Schulkooperation, freute sich Marcus Pohl.

Lena Wegis, Kalle Knapp, Emilia Bösing und Eunike Marquardt (von links) haben bei einem Umweltprojekt am Nellenburg-Gymnasium Taschen aus alten Stoffen genäht.
Lena Wegis, Kalle Knapp, Emilia Bösing und Eunike Marquardt (von links) haben bei einem Umweltprojekt am Nellenburg-Gymnasium Taschen aus alten Stoffen genäht. | Bild: Claudia Ladwig

Ein Stockwerk höher informierte Lehrer Christian Dummel über die Berufsberatung an der Schule. In jeder Klassenstufe gebe es Maßnahmen, um den Schülern die Berufswahl zu erleichtern. „Wir wollen sie möglichst in Ausbildungen bringen und sind mit unserem Konzept jetzt wieder ausgezeichnet worden“, erzählte er. Dabei helfen auch Kooperationen mit Stockacher Firmen, die Praktika anbieten.

Die Familien haben nun bis zum 11. und 12. März Zeit, sich für eine Schule zu entscheiden. Denn dann müssen die neuen Fünftklässler angemeldet werden.