Auf dem Weg zum Popcornkauf für die Zirkusvorstellung laufen die Besucher an den Plakaten der Tierschützer vorbei. Manche bleiben stehen und unterhalten sich kurz, andere gehen weiter in Richtung Zelt. "Unser Ziel ist es, die Leute zum Nachdenken zu animieren", sagt Thomas Mosmann, Vorsitzender der Tierschutzallianz. Wildtiere hätten nichts im Zirkus verloren, erst recht nicht Elefanten. Aus Tuttlingen reiste er mit zwei weiteren Mitgliedern der Tierschutzallianz an, um Flyer an die Besucher zu verteilen. Lukas Doll aus Stockach unterstützt sie spontan mit einem selbstgemalten Plakat. Die Reaktionen auf den Protest fallen unterschiedlich aus. "Manche finden es gut, andere sagen zu uns, dass die Tiere im Zirkus älter werden als in der Wildnis", so Mosmann.

Zirkusdirektor Roman Zinnecker mit einem Kamel in der Manege.
Zirkusdirektor Roman Zinnecker mit einem Kamel in der Manege. | Bild: Lena Mehren

Roman Zinnecker, Direktor des Zirkus Belly Wien, äußerte sich im Vorfeld gelassen über die angekündigte Mahnwache: "Solange sie friedlich protestieren, können sie das gerne machen. Die Leute, die gerne in den Zirkus gehen, lassen sich davon eher nicht abhalten", sagte Zinnecker. Zahlreiche Kinder besuchten die Familienvorstellung am Freitagnachmittag und bewunderten die akrobatischen und tierischen Vorführungen. Die Kunststücke der Kamele und Pferde ernten viel Applaus. Mehrere Clowns brachten die Besucher zum Lachen mit ihren fliegenden Hüten. Die Akrobatin Nadja flog an Seidentüchern durch die Manege und erhielt erstaunte Blicke. Dabei sorgte sie immer wieder für Spannung im Zelt, wenn sie scheinbar knapp, aber geübt einen Sturz aus der Höhe vermied. Auch die Künstlerin Miss Mandy beeindruckte mit Spagat und Kunststücken auf einem gespannten Drahtseil.

An der viel befahrenen Dillstraße sorgen die Tierschützer trotzdem für Aufmerksamkeit. "Einige fahren vorbei, hupen und zeigen einen Daumen nach oben", berichtet Thomas Mosmann. Während im Zirkuszelt laute Musik durch die Manege schallt, rollen die Tierschützer ihre Plakate ein. "Wir fahren jetzt zur nächsten Mahnwache nach Meßkirch", berichtet Mosmann.