In der Stadt gibt es kaum einen Haushalt ohne Fotos aus dem Atelier-Hotz, vermutete Claudia Rinkenburger, geborene Hotz, bei der Eröffnung einer kleinen Ausstellung im Hotz-Haus in der Schillerstraße. In dem Gebäude war bis zum Jahr 1994 das Fotostudio der Fotografenfamilie, die über Jahrzehnte, ja sogar Jahrhunderte das Geschehen in der Stadt auf Bildern festgehalten hat.

Die Hausgemeinschaft, bestehend aus Lotto, Arztpraxis und seit neustem der Firma Krauth Technology hat die Schau im öffentlich zugänglichen Treppenhaus gemeinsam mit dem Stadtarchiv auf die Beine gestellt. "Wir wollen bebildern, was hier einmal war", fasste Kai Horn von der neu eingezogenen Firma zusammen, die Fahrkartenautomaten entwickelt. Sein Kollege Horst Neubauer hatte in einem Buch entdeckt, in welches geschichtsträchtige Haus die Firma eingezogen war. Es war die Geburtsstunde der Idee zur Bilderschau. Ausstellungseröffnung und Einstand des Unternehmens fanden gemeinsam statt und Bürgermeister Rainer Stolz sprach die 150-jährige Geschichte der Familie Hotz sowie das Gebäude selbst an. Auf sechs großen Tafeln, die über alle Stockwerke verteilt sind, bekommen die Besucher einen Eindruck von der Fotografenfamilie und ihrem Wirken in Stockach. Die Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt aus dem großen Fotoarchiv, um das sich die Stadt kümmert. In der kleinen, aber aussagekräftigen Ausstellung gibt es zum Beispiel ein coloriertes Foto der Schillerstraße von 1911, das Portrait einer unbekannten Frau, das etwa auf 1906 datiert ist, und eine analoge Aufnahme, wie das Haus 1992 ausgesehen hat.

Stadtarchiv- und Museumsleiter Johannes Waldschütz gab einen kurzen Überblick über die Fotografen und Fotoarchiv. Es sei zum Beispiel eine große Herausforderung, da sich die Bilder auf unterschiedlichen Medien befinden – Glasnegative und mehrere Filmarten. Sybille Trefflich kümmert sich darum, alles zu sichten und digitalisieren. "Wir wollen alles bewahren und zugänglich machen", sagte Waldschütz.