Stockach-Wahlwies – Eine gute Auswahl an Bands sorgte beim fünften Erlenhof-Openair-Festival für ausgelassene Stimmung. Mit dabei waren The Durgas & Friends aus Los Angeles, die vor fünf Jahren mit ihrem Auftritt den Grundstein für das kleine jährliche Event legten. Wieder mit großem Erfolg dabei war auch die international besetzte Band The Kahooneys mit Songwriterin Vero Nika, die mit markanter Janis Joplin-Powerstimme bekannte Hits interpretierte. Ebenfall aufgetreten sind Alex Behning & Wilster Ortseinfahrt, und Sheriff aus Gambia.

Tanzende Besucher und gackernde Hühner

Während beim Festival der Bär steppt, muss das Erlenhof-Demeter-Team Getreide ernten. Ein Hahn kräht. Rund 300 Kinder und Erwachsene sind gekommen. Unerschrocken spazieren glückliche Hühner durch das idyllisch gelegene Festival-Gelände. Der Engländer Andy Duroe, Leadsänger und Gitarrist bei den Kahooneys, bespaßt die Kinder unter den Festivalbesuchern mit Zaubershows und Riesen-Seifenblasen.

Festival als Dank an die Mitarbeiter

"Ich bin stolz auf die vielen ehrenamtlichen Helfer" sagt Markus Helmeth. Dieses fünfte Openair-Festival solle der Dank sein an die Mitarbeitenden im Kinderdorf, ihre Familien und Freunde von außen. Helmeth, der als Initiator und Organisator fast überall gleichzeitig anzutreffen ist, wirkt im Kinderdorf seit 18 Jahren als pädagogische Fachkraft und spielt bei den Kahooneys Schlagzeug. Akkordeon spielt dazu die Musiktherapeutin und Helmeths Lebengefährtin Jana Walter.

Sheriff aus Gambia ist selbst ein Schützling im Kinderdorf

"Das ist schön hier – auch für die Kinder ein unvergessliches Erlebnis", freut sich ein Besucher aus Rheinfelden, der mit anderen jungen Familien auf einem der umliegenden Strohballen sitzt. Alex Behning & Wilster Ortseinfahrt starten mit ihrem Kleinstadtblues ins Festival. "Sekt oder Tee? Sie sagt nee", lautet dazu der sinnige Text. Junge Leute, die selbst im Kinderdorf wohnen oder arbeiten, wirken mit: Sheriff aus Gambia, der im Kinderdorf eine Schreinerlehre beginnt, tritt mit viel Gold im Kostüm auf, singt und trommelt mit Janina im Stakkato. Mit einem Spontan-Auftritt überrascht die im Kinderdorf lebende Schülerin Staniella von den Seychellen.

Die Stimmung ist gut und wird noch besser

Je später der Abend, desto mehr füllt sich das Terrain mit Gästen. Mit dem Auftritt der Band The Kahooneys nähert sich die sowieso schon gute Stimmung dem Siedepunkt. "Oh Eleysa" schallt es zu Fiedel, Kontrabass, Gitarre, Schlagzeug und Akkordeon. Kinder, Eltern, Opas und Omas beginnen, ausgelassen fröhlich zu singen. Die Interaktion mit dem Publikum gelingt auf diesem Rasen. Als Hintergrund-Chor zu "Oh Sweet Mama" werden drei kleine wie Derwische tanzende Jungen auf die Bühne geholt. Alles singt, tanzt und klatscht.

Musik, die von Herzen kommt

Kurz nach 22 Uhr fängt es an zu tröpfeln. Von fern ein leises Donnergrollen. "Die Nacht ist so heiß. Und in jeder Kneipe ist der Teufel los" lautet der Text eines Songs. Wer durchhält, erlebt um Mitternacht die sozial engagierte Band The Durgas aus den USA. Folkrock, Reggae, afrikanischer Beat und osteuropäische Folklore verbinden sich bei ihrer Musik, die mitreißt und von Herzen kommt.

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