Manch einer dürfte sich beim Fußballgucken kürzlich die Augen gerieben haben. Beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Weißrussland zur EM-Qualifikation in Mönchengladbach waren immer wieder heimische Klänge zu hören. Und der eine oder andere hat vielleicht auch einen Bekannten aus Stockach gesehen.

Einladung des Fanclubs 

Die Stockacher Musikgruppe Yetis, zu Hause hauptsächlich als fasnächtliche Guggenmusik bekannt, war im Stadion dabei – allerdings nicht einfach nur auf Vereinsausflug, sondern gewissermaßen auf Dienstreise.

Bei der Fernsehübertragung waren sie auch deutlich zu hören und sogar für einige Sekunden formatfüllend im Bild zu sehen, obwohl das Geschehen eigentlich auf dem Rasen stattfindet. Die Musiker im markanten Fell waren auf Einladung des Fanclubs Nationalmannschaft des DFB zu Gast im Stadion, um während des Spiels Stimmung zu machen.

Stadionbesuch mit Musikinstrument: Die Yetis am Eingang zur Tribüne.
Stadionbesuch mit Musikinstrument: Die Yetis am Eingang zur Tribüne. | Bild: Yetis

Auftritte beim Fußball – das ist für die Yetis nicht ganz neu, erzählt der zweite Vorsitzende Manuel Braun. Schon bei der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz seien die Musiker zu verschiedenen Spielen gereist, um Spaß zu verbreiten, allerdings eher auf eigene Faust. Und schon davor sei die Truppe zu verschiedenen Fußballspielen gereist. Offiziell wurde die Sache dann im Jahr 2015. Bei der damaligen Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft 2016 waren die Yetis beim Spiel in Frankfurt dabei, haben aber nur vor der Partie gespielt. Dieser Besuch fand auf Einladung des Fanclubs Nationalmannschaft statt.

Nervosität war auch dabei

Und nun also Mönchengladbach. In diesem Jahr habe es wieder Kontakt mit dem Fanclub gegeben, erzählt Manuel Braun. Zuerst ging es in diesem Jahr für die Yetis im Juni nach Mainz, zum Spiel gegen Estland. Aber bei der Partie gegen Weißrussland seien die Yetis nun zum ersten Mal mitsamt ihrer Instrumente ins Stadion gegangen.

Die Mission: Die Fans mitreißen. „Nervosität war da schon dabei“, sagt Manuel Braun: „Entweder man kommt gut an oder eben nicht.“ Am Ende sei es aber gut gelaufen. Der Spaß steht für die Musiktruppe im Vordergrund. Aber bei anderen Spaß verbreiten, das sei natürlich auch mit Stress verbunden, gibt Braun zu.

Fanmelodien zum Mitsingen

Mit etwa 30 Leuten sei die Yeti-Gruppe im Stadion in diesem Fall ziemlich groß gewesen, sagt Braun. Dabei hatten sie Schlagzeug, Trompeten, Posaunen und Tuba. Allerdings habe man keineswegs versucht, die Fasnacht ins Stadion zu bringen, so der Vorstandsmann. Auf dem Programm standen – natürlich – Fanmelodien zum Mitsingen. Und auch das eine oder andere Stimmungslied habe man mitgebracht, eben Repertoire, das die Yetis als Straßenmusik aufführen, wenn sie außerhalb der Fasnacht unterwegs sind.

Und wie kam das Ganze im Stadion an? Bei den Fans sehr gut, erzählt Manuel Braun: „Bisher haben wir nur Positives zu hören bekommen.“ Auch eine erste positive Rückmeldung des Fanclubs habe es schon gegeben. Medien zitieren auch Spieler der Nationalmannschaft. Zum Beispiel Offensivspieler Julian Brandt mit dem Satz: „Die Jungs dürfen gerne wiederkommen.“