Hohenfels Wünsche für das Schloss Hohenfels

Im Sommer wird die Burg Hohenfels keine Schule mehr sein. Aber wie geht es dann weiter? Die Zukunft des Schlosses ist noch unklar. Ginge es nach den Bürgern, bleibt es möglichst für öffentlichen Zugang erhalten.

Die Entscheidung für die Schließung der Unterstufe auf Burg/Schloss Hohenfels ist gefallen. Zum Ende des Schuljahres beziehungsweise nach den Sommerferien soll der Betrieb im Schloss Salem aufgenommen werden, wie der Leiter der Internatsschule, Bernd Westermeyer, bestätigt hat. Die Umbauarbeiten verlaufen den Angaben zu Folge nach Plan. Nun stellt sich die Frage, was mit dem Schloss Hohenfels passieren soll, wenn die Schüler ausziehen.

Diese Frage stellen sich auch viele Einwohner der Gemeinde Hohenfels. Bürgermeister Florian Zindeler hat mehrfach betont, dass es für die Gemeinde unmöglich ist, ein eigenes Konzept zu entwickeln und dieses zu verwirklichen. Für die Hohenfelser ist die Burg ein wichtiger Teil der Gemeinde. Sie wünschen sich, dass die Gebäude in Zukunft mehr der Öffffentlichkeit zugänglich werden. Es wäre sicherlich ein Anziehungspunkt für den Tourismus – der nach Ansicht vieler Hohenfelser einen zu geringen Stellenwert einnimmt. Insbesondere sei es wichtig, die Geschichte des Schlosses stärker herauszustellen, denn diese geht über 700 Jahre zurück.

Ursprünglich wurde die Burg als Wohnsitz der Familie Neu-Hohenfels gebaut, einer Nebenlinie von Alt-Hohenfels mit dem Stammsitz der Burg Alt-Hohenfels bei Bonndorf (Landkreis Konstanz). Der Minnesänger Burkart von Hohenfels entstammte dieser Linie. Die Burg Hohenfels wurde erstmals nachweislich erwähnt im Jahr 1292 als "Neuhohenfels". Das Geschlecht Neuhohenfels starb 1352 aus und die Herrschaft samt Burg ging durch Heirat an die Herren von Jungingen über. Diese vereinigten die beiden hohenfelsischen Herrschaften wieder.

Die bekanntesten Mitglieder der Familie waren Ulrich und Konrad von Jungingen. Unter Konrad erreichte der Deutschherrenorden seine größte geographische Ausdehnung. Ihm war die Eroberung der Insel Gotland im Jahre 1398 gelungen und so erfolgte auch die Zerschlagung der sogenannten "Vitalienbrüder", Seeräuber, die ihr Unwesen in der Ostsee trieben und die hansischen Hauptrouten in der östlichen Ostsee bedrohten.

Nach dem Tod Ulrich von Jungingens 1501 verkaufte seine Schwester Anna die Herrschaft 1506 an den Deutschherrenorden. Die Herrschaft gehörte nun zur Landkomturei Altshausen. Diese beeinflusste die Geschicke von Hohenfels 300 Jahre. Das Schloss in seiner heutigen Erscheinung ist zum großen Teil das Werk von Johann Caspar Bagnato, dem Deutschordensbaumeister aus Altshausen. Die meisten erhaltenen Bauwerke stammen aus dem Barock. 1806 ging Hohenfels unter die Landeshoheit des Fürstentums Hohenzollern-Sigmaringen – und 1931 an die Schule Schloss Salem.

Viele meinen: Es wäre schade, wenn der Gebäudekomplex in private Hände ginge und so öffentlicher Zugang nicht mehr möglich wäre. Von der finanzielle Seite ist es für die Gemeinde einerlei, ob sich das Schloss in privater Hand befindet oder gewerblich genutzt wird, denn die Abgaben bleiben gleich. Doch wäre es schön, wenn auch weiterhin kulturelle Veranstaltungen dort stattfinden könnten. Vielleicht würden sich Investoren finden lassen, die ein Kulturzentrum ins Leben rufen würden, wäre der Wunsch vieler Bürger, wie etwa eine Schule für bildende Künstler und Musiker. Bürgermeister Florian Zindeler bat den Leiter der Schule, Bernd Westermeyer, eine mögliche Verkaufsentscheidung mit Augenmaß zu treffen.


Das Anwesen

Das Schloss Hohenfels wird seit 1931 als Schule und Internat für die Unterstufe der Schule Schloss Salem genutzt. Eigentümer ist der gemeinnützige Verein Schule Schloss Salem e.V. Zur Zeit leben noch etwa 20 Erwachsene gemeinsam mit 70 Jungen und Mädchen zwischen 10 und 13 Jahren im Schloss, das auf eine über 700-jährige Geschichte blicken kann. Im Sommer dieses Jahres wird die Nutzung des Schlosses als Schule aufgegeben.

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