Ein früherer Stimmenkönig, der nicht mehr antreten will, ein Kandidatenwechsel in Bodman-Ludwigshafen und ein Bürgermeister, der ebenfalls nicht noch einmal kandidiert: Vor der Kommunalwahl, die Ende Mai stattfindet, zeichnen sich erste Personalien bei den Kreistagskandidaten ab. Diese haben Folgen dafür, wie der Raum Stockach künftig im Konstanzer Kreistag vertreten wird. Drei bekannte Gesichter treten ab und ein erfahrener Kandidat hat die Partei gewechselt.

Die größte Personalie dürfte der Abschied von Wolfgang Reuther (CDU) sein: "Ich werde definitiv nicht mehr für den Kreistag kandidieren", so bestätigt er entsprechende Informationen. Und: "Eigentlich wollte ich nie in den Kreistag." Der Stockacher Gemeinderat hätte ihm ausgereicht. 2014 habe er sich für den Kreistag aufstellen lassen, weil ihn einige CDU-Granden gedrängt hätten.

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Dabei sei es auch darum gegangen, den Landtagsabgeordneten der CDU auf die Liste zu bekommen, da auch die Abgeordneten Hans-Peter Storz (SPD) und Siegfried Lehmann (Grüne) für den Kreistag zur Wahl standen. Alle drei sind nicht mehr im Landtag. Die Zeit im Kreistag bezeichnet Reuther als "lehrreiche Jahre" mit vielen netten Bekanntschaften. Doch die Zeit reiche nicht mehr. Das habe berufliche Gründe, aber er habe auch 19 Ehrenämter. Was Kommunalpolitik angeht, kandidiere er nur noch für den Gemeinderat.

Kandidiert zugunsten von Familie und Unternehmen nicht mehr für den Kreistag: Johannes von Bodman (CDU).
Kandidiert zugunsten von Familie und Unternehmen nicht mehr für den Kreistag: Johannes von Bodman (CDU). | Bild: Jarausch, Gerald

Damit steht für die CDU der Mann nicht mehr auf dem Stimmzettel, der bei der Kommunalwahl vor fünf Jahren, im Mai 2014, die mit Abstand meisten Stimmen des Wahlkreises VII (siehe Kasten) bekommen hat, nämlich 8340. Manfred Jüppner, Bürgermeister von Mühlingen und Mitglied im Vorstand der CDU-Kreistagsfraktion, gibt unumwunden zu: "Reuther war ein Zugpferd." Dass er nicht mehr kandideren werde, reiße eine große Lücke. Doch Jüppner signalisiert auch Verständnis dafür, dass ein zeitaufwendiges Mandat für Selbstständige – Reuther ist Immobilienmakler – schwierig zu erfüllen sei.

Einen markanten Wechsel gibt es auch in Bodman-Ludwigshafen. Johannes von Bodman, der seit zehn Jahren im Kreistag sitzt, hat ebenfalls angekündigt, nicht mehr für den Kreistag zu kandidieren – zumindest für eine Wahlperiode von fünf Jahren. Er wolle mehr Zeit für seine Familie mit drei Kindern im Alter von elf, 13 und 15 Jahren haben. Und die gräflichen Betriebe, deren Geschäftsführer er ist, hätten einige aufwendige Projekte angestoßen, so von Bodman, etwa die Entwicklung des Brauereiareals in Espasingen.

Er tritt an, allerdings dieses Jahr für die CDU: Matthias Weckbach, Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen. Bild: Anna Stommel
Er tritt an, allerdings dieses Jahr für die CDU: Matthias Weckbach, Bürgermeister von Bodman-Ludwigshafen. | Bild: Stommel, Anna

In Bodman-Ludwigshafen wird Bürgermeister Matthias Weckbach auf dem Stimmzettel stehen. Er war schon von 1999 bis 2009 im Kreistag und tritt nun ebenfalls für die CDU an, obwohl er 2014 noch auf dem Stimmzettel der Freien Wähler stand. Warum der Wechsel? Nach dem starken Zuzug von Flüchtlingen im Jahr 2015 seien viele Menschen aus der CDU ausgetreten, sagt er: "Das habe ich für ein falsches Signal gehalten." Daher sei er in die CDU eingetreten und wolle nun auch für die Partei kandidieren. Die CDU-Kandidaten werden allerdings erst am Freitag, 18. Januar, nominiert – erst danach sind Kandidaturen definitiv.

"Wir wollen Stellschrauben so drehen, dass es den Menschen nutzt." Rainer Stolz, Bürgermeister
Will nicht mehr in den Kreistag: Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz (Freie Wähler). | Bild: Arndt, Isabelle

Ein weiteres bekanntes Gesicht aus der Region, Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz (Freie Wähler), hat seinen Rückzug angekündigt. Nach 20 Jahren im Kreistag wolle er sich auf Stockach konzentrieren, sagt er dazu. Es gebe in der Stadt viel zu tun, etwa die Umgestaltung der Sportanlagen. Und: Dann würden eben andere die Stockacher Positionen im Kreistag vertreten und plausibel machen, so Stolz.