Mitunter ist es erstaunlich, an welchen Orten man auf Spuren des Heimatstädtchens stößt. Nicht nur auf der Nordseeinsel Amrum kennt man Stockach – wobei in diesem Fall das Narrengericht mit seinen frech-frohgelaunten Angriffen auf überregional bekannte Politiker dafür verantwortlich war. Auch in Beuron ist Stockach offensichtlich ein Begriff. Genauer gesagt, in der Umgebung des berühmten Klosterortes im Donautal.

Wer sich vom Navigationssystem von Stockach mit dem Auto nach Beuron leiten lässt, dem steht eine halbwegs abenteuerliche Fahrt über nicht allzu große Straßen bevor. Der Weg ist zwar ziemlich direkt und die Fahrzeit überschaubar. Aber man kann einiges erleben: Idyllische Dörfer, einsame Felder, wilde Wälder, die zerklüfteten Hänge des Donautals – all das liegt an der Strecke. Und an jedem Abzweig muss man aufpassen, dass man das Fahrzeug in die richtige Richtung lenkt. Das Navigationssystem – es leistet dem Ortsunkundigen wahrlich gute Dienste.

Umso überraschender ist dann der Aha-Effekt auf dem Rückweg. Wenn man den Ort Beuron auf dem richtigen Weg wieder verlassen hat, kommt man alsbald an eine Weggabelung. Gefühlt liegt diese an einem – Entschuldigung – gottverlassenen Ort mitten in einem Wald. Einem Ortsunkundigen würde sich hier, abgesehen vom Navi, kaum eine Möglichkeit zur Orientierung bieten. Wenn da nicht – genau – ein Wegweiser wäre. Auf dem der Weg nach Stockach ausgeschildert ist.

Die Straße, auf die dieser deutet, sieht auf dem Rückweg genauso wenig nach einer Durchgangsstraße aus, wie es auf dem Hinweg der Fall war. Dennoch: Der Weg führt den Autofahrer sicher wieder ans Ziel, ins Heimatstädtchen – nachdem man zuvor an den zerklüfteten Hängen des Donautals, durch wilde Wälder, über einsame Felder und durch idyllische Dörfer gefahren ist. Und die Moral von der Geschicht‘: Auch an den Hängen des Donautals kennt man Stockach – und wenn es nur als Aufschrift auf einem Straßenschild ist.

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