Durch Reibung entsteht Wärme. Und einer, dem am Schmotzigen Dunschtig, 8. Februar, im Landkreis Konstanz ziemlich warm werden könnte, ist Winfried Hermann. Nicht nur, dass den grünen Landesverkehrsminister sein närrischer Terminplan ins Schwitzen bringen könnte. Erst steht er nämlich um 13 Uhr auf dem Konstanzer Obermarkt als Angeklagter vor dem Jakobiner-Tribunal. Und um 17 Uhr schon in der Stockacher Jahnhalle als Zeuge vor dem Narrengericht. Auch wenn das der gelernte Sportlehrer und passionierte Radfahrer Hermann zwar mit dem Fahrrad schaffen könnte – dabei würde kräftig Wärme entstehen.

Doch der Terminplan ist nicht alles, was Hermann ins Schwitzen bringen könnte. Die Begegnungen bei beiden Terminen dürften für ihn nämlich für kräftige Reibungen sorgen. In Konstanz tritt sein früherer Kabinettskollege Peter Friedrich, in der baden-württembergischen Landesregierung einst für Europa-Angelegenheiten zuständig und heute als Unternehmensberater aktiv, als Chefankläger auf. Eingefleischter SPD-Mann trifft auf den letzten "grünen Grünen im Ländle", wie es das Jakobiner-Tribunal formuliert – wenn da keine Reibungswärme entsteht.

Noch besser kommt es dann in Stockach. Denn die Zeugenrolle im närrischen Prozess gegen Landesinnenminister Thomas Strobl (CDU) ist noch heikler. Nicht nur stehen sich hier zwei Politiker gegenüber, deren Parteien in Stuttgart gerade erst mit Müh und Not einen regelrechten Koalitionskrach hinter sich gelassen haben – wir erinnern uns, es ging um eine Reform des Landtagswahlrechts. Die grobgünstigen Gerichtsnarren lassen außerdem noch offen, ob sie den Zeugen selbst nicht vielleicht sogar auch noch zu einer Weinstrafe verurteilen. Vor diesem Gremium muss man eben immer mit allem rechnen, Worte wollen wohl abgewogen sein. Und Kläger Thomas Warndorf seinerseits ist SPD-Mitglied. Auch in dieser (Parteien-)Konstellation dürfte sich einiges aneinander reiben – und Reibungswärme anfallen. Mal sehen, wer am meisten ins Schwitzen gerät.