Bei der Hauptversammlung der Feuerwehr Abteilung Wahlwies fällt eins sofort ins Auge: Etwa die Hälfte der anwesenden Mitglieder ist deutlich jünger als 30 Jahre. Der Altersdurchschnitt in der Einsatzabteilung, die aus 40 männlichen und sechs weiblichen Mitgliedern besteht, liegt bei 34 Jahren.

Wie wichtig junge Leute und Frauen für die Wehr sind

Bürgermeister Rainer Stolz lobt: „Das macht einen wunderbaren Eindruck, wenn man reinkommt. So viele junge Männer und Frauen, ich finde das fantastisch.“ Der Einsatz der Frauen bei der Feuerwehr sei auch ein Zeichen, dass die Gleichberechtigung vorankomme. Da passt es, dass Jugendleiterin Lisa Bühler als erste das Wort ergreift und über die Aktivitäten der Jugendfeuerwehr berichtet. Zwölf Mitglieder sind es aktuell, davon fünf Mädchen. Neben 17 Proben nahmen die Jugendlichen am Sternmarsch nach Eigeltingen und am Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager in Öhningen teil. Abteilungskommandant Rüdiger Lempp betont die Bedeutung der Jugendfeuerwehr: „Ohne sie würden wir auf Dauer aussterben, denn Quereinsteiger gibt es ganz selten.“

Bei den aktiven Mitgliedern fanden 21 Proben statt, in denen es um Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung, die Auffrischung in Erster Hilfe sowie die Unterweisung in die Unfallverhütungs-Vorschriften ging. Der Probenbesuch lag bei etwas mehr als 70 Prozent. Axel Rath und Kurt Hermann Kramer waren immer dabei, Giovanni Dimasi, Achim Joos, Luca Siegenthaler, Felix Munding, Raphael Mandrella und Niklas Petermann verpassten nur eine Probe.

Keine Katastrophen im Jahr 2017

Mit 16 Einsätzen war 2017 eher ein ruhiges Jahr, berichtet Rüdiger Lempp. Neben verschiedenen Bränden und Brandmeldealarmen hatten die Kameraden mit umgestürzten Bäumen, einer Ölspur und einem Wasserrohrbruch zu tun. Die größte Aktion war die Information der Wahlwieser Bevölkerung zur bakteriellen Trinkwasserverunreinigung im Juli vergangenen Jahres. 28 Feuerwehrleute gingen alle Haushalte ab, um die Bürger persönlich oder durch Ankleben eines Informationsblattes über das vom Gesundheitsamt erlassene Abkochgebot zu informieren. Dass es außerdem zahlreiche Aktivitäten gab, die neben der Weiterbildung auch die Kameradschaft förderten, verliest Schriftführer Tobias Bertsche. Die Abteilung Wahlwies steht ausbildungstechnisch ebenso gut da wie finanziell. Kassenwartin Fabienne Hauser berichtet von einem leichten Gewinn und wird von der Versammlung einstimmig entlastet.

Mängel gibt es trotzdem noch genügend

Dass immer genügend Leute genügend schnell vor Ort seien, lobt Gesamtkommandant Uwe Hartmann, der sich für die Einsatzbereitschaft bedankt. „Ihr seid eine gute, schlagkräftige Abteilung.“ Die Fahrzeugsituation passe aus seiner Sicht, die räumliche Situation sei nach wie vor beengt und die Sanitärsituation schlecht. Bürgermeister Stolz stimmt ihm zu. Man wisse, dass im Haus etwas geschehen müsse. Die Haushaltsmittel für die Feuerwehr seien 2018 noch höher als 2017, erklärt er. „Die Anforderungen steigen, der Ausbildungsstand ist ein anderer als früher, das Fahrzeugmaterial ist anders als vor 15 oder 20 Jahren.“ Die Stadt müsse darauf entsprechend reagieren, was durch gute wirtschaftliche Ergebnisse möglich sei. Als Grundlage benötige der Gemeinderat einen Feuerwehrbedarfsplan, der eine Priorisierung der Anforderungen der einzelnen Abteilungen zulasse.

Vom Lob des Ortsvorstehers

In seinem Grußwort dankt Ortsvorsteher Udo Pelkner für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, Zuverlässigkeit und Unterstützung der örtlichen Vereine. „Jeder ist froh, wenn ihr da seid, denn ohne eure Hilfe wären viele Veranstaltungen nicht durchführbar.“ Er betont wie auch Abteilungskommandant Michael Jerg aus Espasingen die tolle Zusammenarbeit mit der Abteilung Espasingen.

Etwas ruhiger können es von nun an die vier neuen Alterskameraden angehen lassen. Gerd Petermann, Rudolf Berner, Otto Koch und Günther Kramer waren seit 1972 in der Einsatzabteilung und wurden nun in die Alterswehr verabschiedet.

Personalien

  • Neuaufnahme: Alida Klaiber aus der Jugendfeuerwehr: Feuerwehrfrau in Probe
  • Beförderungen: Luca Siegenthaler (Feuerwehrmann), Fabienne Hauser (Oberfeuerwehrfrau), Michael Mauch (Oberfeuerwehrmann), Fabian Wegmann (Oberfeuerwehrmann) und Steffen Kuppel (Löschmeister)
  • Verabschiedungen: Gerd Petermann, Rudolf Berner, Otto Koch und Günther Kramer wechseln in die Alterswehr. Alle sind Träger des Feuerwehr-Ehrenabzeichens in Gold für 40 Jahre Feuerwehrdienst, Berner und Koch außerdem seit Oktober 2017 Ehrenmitglieder der Feuerwehr Stockach. (wig)