Die Vertreter des Vereins Lernort Bauernhof sind von ihrem Angebot überzeugt: Der Bauernhof sei ein idealer Platz für Kinder und Jugendliche, um Landwirtschaft mit allen Sinnen zu erfahren und der Entfremdung von der bäuerlichen Arbeits- und Lebenswelt sowie der Lebensmittelproduktion entgegenzuwirken. „Bei einem Hofbesuch lernen sie das Zusammenspiel von Mensch, Natur und Kultur zu verstehen und setzen sich mit der Bedeutung von regionalen Absatzwegen für die Wertschöpfung der Region auseinander“, beschrieb Hildegard Schwarz, Geschäftsführerin von Lernort Bauernhof. „Die Kinder und Jugendlichen sind selbst aktiv und werden zum nachhaltigen Handeln angeregt.“

Auf der Jahresversammlung trafen sich 35 der momentan 51 Vereinsmitglieder, um Rückschau zu halten und die Themen für 2016 zu besprechen. Dem Vorstand gehe es laut Schwarz vor allem um die Umsetzung der neuen Bildungspläne im Lernort Bauernhof, die Entwicklung von Projektangeboten, die den Bereich Landwirtschaft und Naturschutz verbinden, die Weiterentwicklung der Lehrerfortbildungen sowie die Einführung der digitalen Hoferkundung zum Thema Milch.

Nach einer Emnid-Umfrage, die der Verein für landwirtschaftliche Öffentlichkeitsarbeit Information Medien Agrar 2014 in Auftrag gegeben hatte, ist mehr als jeder zweite Bundesbürger der Meinung, dass landwirtschaftliche Themen in der Schule zu kurz kommen. Zwei Drittel bezweifelten zudem, dass im Unterricht ein realistisches Bild von der Landwirtschaft vermittelt werde. Da setzt der Lernort Bauernhof an. „2015 haben wir rund 500 Kinder auf den Höfen gehabt und die Zahl steigt jährlich an“, freute sich Hildegard Schwarz. Immer mehr Schulen hätten sogar feste Projekte mit Bauernhöfen initiiert.

Das Angebot des Vereins und der speziell geschulten Landwirtsfamilien umfasst Projekte für Schulklassen, Kindergärten und Gruppen, Lernwerkstätten zu verschiedenen Themen sowie Informations- und Arbeitsmaterialien zum Ausleihen und Herunterladen. Mit der Landesinitiative Bewusste Kinderernährung (Beki) arbeite der Lernort Bauernhof Bodensee gerne und eng zusammen, sagte Hildegard Schwarz. „Uns geht es um Wissensvermittlung in den Bereichen nachhaltige Entwicklung, Verbraucherbildung und Gesundheitsförderung.“

In diesem Jahr gibt es für Lehrer und Erzieher Fortbildungen zum Thema Getreide. Beki-Koordinatorin Elisabeth Auer wies außerdem auf die Nachhaltigkeitsausstellung im Landratsamt Konstanz hin, die in diesem Jahr von Montag, 27. Juni, bis Mittwoch, 13. Juli, zu sehen sein wird. Zum großen Familienfest des Bodenseekreises werden laut Irmgard Hofman, Koordinatorin des Lernorts Bauernhof Bodenseekreis, zum Thema Landwirtschaft am 3. Oktober im Schloss Salem rund 10 000 Menschen erwartet.

Der Lernort Bauernhof Bodensee wird von der Heinz Sielmann Stiftung, dem Landkreis Konstanz und dem Bodenseekreis gefördert. Als Mitglied im Lernort Bauernhof Baden-Württemberg und der Bundesarbeitsgemeinschaft Lernort Bauernhof ist er auf Landes- und Bundesebene gut vernetzt.

Infos gibt es beim Amt für Landwirtschaft in Stockach, per E-Mail an forum.ernaehrung@LRAKN.de oder im Internet:www.lernort-bauernhof-bodensee.de