Stockach-Wahlwies – In den Weihnachtsferien haben die 33 Zwölftklässler der Waldorfschule in Wahlwies viel zu tun. Sie müssen ihre Vorträge vorbereiten, in denen sie vom 13. bis 15. Januar ihre Projektarbeiten präsentieren. Einige davon stellt der SÜDKURIER in loser Folge vor. Bereits in der elften Klasse haben die Schüler sich Themen überlegt, mit denen sie sich ein Jahr lang auseinandersetzen wollten. Es gibt keine Themenvorgabe, wie Klassenbegleiterin Nadja Grisard erläutert. „Wichtig ist, dass man etwas findet, an dem man Interesse hat. Sonst wird es zäh.“ Die Schüler wählen einen Lehrer aus, der sie während der Arbeit betreut. Das sei meist ein Lehrer aus der Oberstufe, der nicht unbedingt vom Fach her passen müsse. „Es kann auch sein, dass man einen externen Betreuer findet, der einem fachlich zur Seite steht“, sagt Grisard. Jede Arbeit muss einen praktischen Teil enthalten. Wie das Verhältnis zum theoretischen Teil ausfällt, ist individuell verschieden. Die schriftliche Arbeit wird zu einem selbstgebundenen Buch verarbeitet. In der Buchbindewerkstatt der Schule gestalten die Schüler ihr Buch.

Clara Jahn aus Wahlwies hat sich um Ostern herum das Thema „Fortbewegungsmittel der Zukunft, Alpenüberquerung mit dem Fahrrad“ ausgesucht. Die 18-Jährige ist sportlich und fährt viel Rad. Im Selbstversuch hat sie ausprobiert, wie es ist, vier Wochen lang ohne Auto und öffentliche Verkehrsmittel auszukommen und für alle Wege das Fahrrad zu benutzen. Das seien nicht nur kurze Strecken gewesen. „Nach Dettingen zum Handballtraining waren es 20 Kilometer und da geht es auch ganz schön bergauf“, sagt sie. Zusammen mit ihrer Freundin Jule ist sie in den Sommerferien mit dem Rad vom Bodensee gestartet, um über den Lukmanierpass an den Lago Maggiore zu fahren. Ein Bekannter hatte ihr bei der Routenplanung geholfen. In vier Tagen haben die jungen Frauen rund 400 Kilometer zurückgelegt. „Der höchste Punkt war bei 2000 Metern, aber wir sind noch mehr Höhenmeter gefahren. An einem Tag waren es 1000 Höhenmeter bei einer Strecke von 60 Kilometern“, berichtet Clara Jahn. In vier Radtaschen habe sie 22 Kilogramm Gepäck transportiert. „Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kochgeschirr“, zählt die Zwölftklässlerin auf. Ihr Trekkingrad hat durchgehalten, es habe keine Pannen gegeben.

Nun hat sie ihre Arbeit fast fertig geschrieben. Der theoretische Teil umfasst knapp 100 Seiten. In ihrem Buch geht sie ausführlich auf den Umweltaspekt des Radfahrens ein. Sie beschreibt Projekte in Städten wie Kopenhagen, Konstanz, Freiburg und Paris und stellt auch ein Bambusrad aus Afrika vor. Durch ihre Erfahrungen während der Projektarbeit sei sie gelassener geworden, sagt Clara Jahn. „Wenn man Druck hat und das Rad nehmen muss, ist es manchmal stressig, aber wenn man die Wahl hat, kann man es gut umsetzen und viel mit dem Rad erledigen.“ Radfahren sei gut wegen der sportlichen Betätigung, man habe Zeit für sich, schone die Umwelt und schaffe einen Ausgleich zum übrigen Alltag.
 

Die Präsentation

Die 33 Projektarbeiten werden an folgenden Terminen vorgestellt:

Freitag, 13. Januar, 16 bis 22 Uhr

Samstag, 14. Januar, 10 bis 22 Uhr

Sonntag, 15. Januar, 10 bis 16 Uhr

Die Vorträge finden in der Turnhalle der Freien Waldorfschule Wahlwies statt. Sie dauern jeweils etwa 20 Minuten. Am Samstag ab 21 Uhr zeigen einige Schüler mit Tanz, Musik, Diashow und Film Ausschnitte aus ihren praktischen Arbeiten. An Informationsständen liegen die Bücher zu den Projektarbeiten aus. In den längeren Pausen stehen die Schüler für Auskünfte zur Verfügung.

Hier gibt's Informationen: www.waldorfschule-wahlwies.de/projekt2017