Die Schülerinnen und Schüler der Klassen fünf bis sieben am Schulverbund Nellenburg sind jetzt regelrechte Beethoven-Experten. Im Unterricht haben sie sich intensiv mit dem 1770 geborenen Komponisten befasst.

Die Ergebnisse ihrer Arbeiten präsentieren einige Mädchen am 17. Februar beim Kinder- und Familienkonzert im Bürgerhaus Adler Post. Sie tanzen, führen ein Interview, stellen Bilder aus und umrahmen so den jungen Pianisten Aaron Löchle und Moderator Georg Mais.

Bitte keinen Frack

Seit Dezember studieren die Fünftklässlerinnen mit Musiklehrerin Nadja Kragler und die Sechstklässler mit ihrer Lehrerin Irina Helferich einen Kontratanz ein. Seit Ende Januar proben acht Mädchen zweimal pro Woche ihre Schrittfolgen mit historischen Tanzfiguren. Vier Mädchen werden lange Kleider tragen, die anderen, die den männlichen Part übernehmen, ziehen schwarze Sachen an. Einen Frack oder ähnliches wollten sie nicht, berichtet Nadja Kragler schmunzelnd.

Sie sagt, in der fünften Klasse habe sie über die Biografie Beethovens gesprochen. In Gruppenarbeit hätten die Schüler Stationen im Leben des Komponisten kennengelernt und den Mitschülern davon erzählt. Gemeinsam hätten sie auch einen Film über den berühmten Künstler geschaut.

Eigentlich wäre das Thema erst im siebten Jahrgang dran

Bei der Komposition "Für Elise" hätten sie versucht, das Thema herauszuhören und an verschiedenen Stellen wiederzuerkennen. "Auch das Werk ,Die Wut über den verlorenen Groschen' haben die Kinder ganz gebannt angehört. Das war erstaunlich", erzählt Kragler.

Beethoven ist eigentlich erst in der siebten Klasse im Lehrplan vorgesehen. Vorher kämen Wolfgang Amadeus Mozart und Josef Haydn dran, sagt die Musiklehrerin. Für das Konzert habe man die Reihenfolge geändert.

Beethoven als spannende Persönlichkeit

Die Schülerin Maja Despotovic findet seine Musik schön. "Aber wer Klassik nicht mag, für den ist es schwierig. Vielleicht ändert es sich nach diesem Konzert." Sie habe schon als kleines Mädchen klassische Musik gehört, erzählt Fünftklässlerin Melissa Nelidov.

Mit der siebten Klasse hat Lehrerin Monika Okker gearbeitet. Die Schüler haben Bilder des Komponisten gemalt – und ihn dabei stark geschminkt und knallbunt dargestellt. Während des Malens habe sie im Hintergrund die fünfte, siebte und neunte Sinfonie laufen lassen, um den Kindern ein Gefühl für die Musik Beethovens zu vermitteln, erklärt Monika Okker.

Träumen bei der Mondscheinsonate

"Für Elise" findet Elisabeth Pohl besonders schön. Und die Mondscheinsonate – da könne man träumen und so schön seinen Gedanken nachhängen.

Die Klasse hat ein Interview ausgearbeitet. "Dafür haben die Kinder in Gruppenarbeit Fragen an Herrn Beethoven formuliert, der im Jahr 2019 nach Stockach kommt", beschreibt die Lehrerin. Michaela Nieratschker, Shannon Keller und Leni Schwidder werden das Gespräch im Rahmen des Konzerts darstellen. Da der Komponist in späteren Tagen schwerhörig war beziehungsweise es bei seinem Besuch ist, könne es sein, dass er manche Frage falsch verstehe – so viel verraten die Mädchen schon.

Sie hätten gelernt, dass Ludwig van Beethoven ein interessanter Mann gewesen sei, der große Stimmungsschwankungen gehabt habe, die von sehr fröhlich bis sehr aggressiv reichten. Monika Okker macht deutlich, die Schwerhörigkeit sei ein großer Schwerpunkt gewesen. Die Schüler hätten sich daher auch im Physikunterricht mit dem Thema Akustik befasst.