Unter den 443 Ferienhungrigen, die bei der Schulentlass-Feier der Wahlwieser Waldorfschule die Turnhalle füllten, galt das besondere Augenmerk den 23 erfolgreichen Abiturienten. "Wir schauen auf ein turbulentes Schuljahr zurück mit vielen schönen Momenten", resümierte die das Abschlussfest moderierende Handarbeitslehrerin Lioba Hinz.

Das Fest im Kreis der ganzen Schulgemeinschaft gilt traditionell als Abschiedsfeier für die Abgänger. Das waren in diesem Jahr neben den Abiturienten ein Schüler mit Fachhochschulreife, zwölf Realschulreife-Abgänger und fünf erfolgreiche Hauptschulabsolventen. Deren Patenkinder aus den Klassenstufen vier und fünf übergaben ihren Paten neben Blumensträußchen gute Wünsche in Form von entsprechenden Beiträgen mit auf den Weg.

Texte und Gesang gehen unter die Haut

Heiter sortiert vom Sportlehrer Thomas Hasemann-Saxer wurden auf der Bühne die Zuordnungen der einzelnen Fünftklässler. Vor vier Jahren waren sie von ihren Paten als Erstklässler durch das traditionelle Blumentor geleitet worden. Gemeinsam galt es, ein melancholisch-verträumtes Lied zu singen. Die Viertklässler rezitierten ein heiteres Gedicht vom Peter, der "viel verspricht und wenig kann". Unter die Haut gingen Rezitation und Gesang der Fünftklässler, die sich von ihren Patenschülern und ihrer einstigen Klassenlehrerin Sabine Meinhard verabschiedeten. "Wo alle loben, habt Bedenken" und "Wo alle spotten, spottet nicht" gaben die Kinder den Abiturienten mit auf ihren künftigen Lebensweg.

Freude geäußert wurde sowohl über die soziale Gemeinschaft wie auch über den Abi-Gesamt-Durchschnitt mit der Note 2,67. An den jüngsten Abistreich erinnerte am Rande Haumeister Grotzki. "Es war sehr heiß und dabei eine nasse, feuchtfröhliche Angelegenheit mit vielen Wasserspielen", sagte er. Die Lehrer mussten spielerisch Geschicklichkeitsübungen machen. Wer das nicht hinbekam, erhielt von den Schülern eine Abreibung mit feuchten Waschlappen.

Originelle Abschiedsgeschenke für einige Lehrer

Von den Abiturientinnen Clara Jahn und Lisa Saxa erhält die Französisch- und Deutschlehrerin Susanne Kutter (links) ein Waldorf-Starter-Paket. Bild: Gabi Rieger
Von den Abiturientinnen Clara Jahn und Lisa Saxa erhält die Französisch- und Deutschlehrerin Susanne Kutter (links) ein Waldorf-Starter-Paket. Bild: Gabi Rieger

Die Abitur-Beauftragte Michaela Schäfer bekam eine Tasche mit der Aufschrift "Achtung, diese Person wird mit ihnen über Biologie reden, auch wenn sie das nicht wollen". Sabine Meinhard, die ersten acht Jahre Klassenlehrerin der Abiturienten, erhielt eine Tasse mit Klassenfoto. "Damit schließen wir den Kreis, denn Frau Meinhard hat jedem von uns zur Einschulung eine Tasse geschenkt", erläuterten die das Zeremoniell moderierenden Abiturientinnen Lena Bracker, Clara Jahn und Lisa Saxer. Susanne Kutter durfte sich über ein Waldorf-Starter-Paket wundern und Claus Caspers erhielt ein Buch über hundert Dinge, die ein Mann im Leben getan haben sollte. Jedes einzelne Geschenk war wohl durchdacht, denn es hatte seine Bedeutung aus der vergangenen Schullaufbahn.

Von einer Million Träumen handelte das vor vielen Ehrungen und Verabschiedungen auf englisch gesungene Lied der Sechst- und Siebtklässler. Die Vorfreude auf die großen Ferien war im rappelvollen Festsaal deutlich zu spüren. Jubel in Orkanstärke stand vor dem gemeinsam füreinander gesungenen irischen Reisesegen.