Neubeginn und Abschied liegen mitunter nah beieinander. Im Stockacher Gemeinderat fand nun beides in einer Sitzung statt. Bürgermeister Rainer Stolz ehrte dabei ausscheidende Gemeinde- und Ortschaftsräte. Gleichzeitig wurden die Gemeinderäte, die in den nächsten fünf Jahren im Amt sein werden, verpflichtet – ein besonderer Anlass, der an einem besonderen Ort stattfand, nämlich im Bürgerhaus Adler Post statt im Rathaus.

Stolz nutzte die Gelegenheit, eine kurze Bilanz der fünf Jahre Kommunalpolitik seit der Wahl 2014 zu ziehen. Das Gremium habe, wie in den Jahren zuvor, viele gut abgewogene Entscheidungen getroffen. Allen voran nannte Stolz dabei den Zuzug von Flüchtlingen, der gegen Anfang der zurückliegenden Amtsperiode ein Thema geworden sei.

Der Gemeinderat habe sich damals entschieden, die Herausforderung anzunehmen, zum Beispiel durch den Erwerb eines Gebäudes, das man dafür zur Verfügung gestellt habe. Gemeint war damit das frühere evangelische Altersheim an der Zoznegger Straße. Stolz: „Stockach hat vom ersten Tag an Offenheit gezeigt.“ Und „Gott sei Dank“, so Stolz, habe es ehrenamtliche Helfer gegeben. Diese organisierten sich zunächst in einem Helferkreis, aus dem der nun existierende Verein Kulturbrücke hervorgegangen ist.

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Auch das Thema Bildung spielte neben anderem im Rückblick des Verwaltungschefs eine Rolle. Er hob den Neubau der Werkrealschule zwischen Gymnasium und Realschule hervor, ebenso wie die moderne Ausstattung für die Naturwissenschaften. Schulsozialarbeit sei eingeführt worden. Und auch für jüngere Kinder habe sich viel getan. So blickte Stolz auf die Erweiterung des Kindergartens in Zizenhausen und den Neubau eines Kindergartens hinter dem Rathaus sowie auf die Umstellung des Beitragssystems, „die Mühe abgefordert“ habe.

Sie nehmen Abschied aus dem Gremium: 13 Gemeinderäte scheiden aus, von denen elf bei der Sitzung dabei waren. Bürgermeister Rainer Stolz (rechts) verabschiedete sie im Bürgerhaus Adler Post.
Sie nehmen Abschied aus dem Gremium: 13 Gemeinderäte scheiden aus, von denen elf bei der Sitzung dabei waren. Bürgermeister Rainer Stolz (rechts) verabschiedete sie im Bürgerhaus Adler Post. | Bild: Freißmann, Stephan

13 Gemeinderäte werden das Gremium verlassen, nämlich Ulf Wieczorek, Rolf Moll, Daniel Traber, Eveline Kramer, Renate Rösgen (alle CDU), Roland Strehl, Andreas Meier, Jochen Sigg (alle Freie Wähler), Roland Hübler (SPD), Alexander Schmidt, Hanspeter Wibbelt (beide Grüne), Thomas Bosch und Andrea Günthner-Maier (beide FDP). Die Bürgermedaille der Stadt in Silber bekommen für eine Amtszeit von zehn Jahren oder mehr Wieczorek, Moll, Strehl, Wibbelt und Bosch. Dieselbe Ehrung gibt es auch für die scheidenden Ortschaftsräte Michael Kuppel (Espasingen), Manfred Kehlert (Winterspüren), Armin Bihl (Mahlspüren im Tal) und Klaus Traber (Hindelwangen).

Eine besondere Ehrung wurde den beiden Ortsvorstehern Paul Engst (Hoppetenzell) und Olaf Patzke (Winterspüren) zuteil. Engst hatte das Amt 25 Jahre lang inne, Patzke 20 Jahre. Hinzu kommen bei beiden weitere kommunalpolitische Engagements. Für diese Verdienste hat der Gemeinderat beiden die Bürgermedaille in Gold zugesprochen. Patzke blickte in einer kurzen Rede auf seine 30 Jahre Kommunalpolitik zurück, 30 Jahre voller Entscheidungen, in denen immer ein guter Kompromiss zum Wohle der Stadt gefunden worden sei. Und er merkte an, dass es zwischen Stadt und Ortsteilen auch zu so etwas wie einer Einheit gekommen sei.

Für die Zukunft appellierte Stolz an den neuen Gemeinderat, den er zum Ende der Sitzung verpflichtete, in diesem Sinne weiterzuarbeiten und sich um das Wohl der Bürger zu kümmern. Zehn Frauen und Männer kommen nun neu ins Gremium, nämlich Christoph Stetter, Stephan Borst, Michael Junginger (alle CDU), Anja Schmidt, Rainer Stockburger (beide Freie Wähler), Alice Engelhardt, Doris Rath, Tobias Feindler (alle Grüne), Julia Zülke und Christoph Lempp (beide FDP).