Die städtische Finanzverwaltung geht für 2020 von einem Minus von etwas mehr als zwei Millionen Euro in der Stadtkasse aus. Dies geht aus dem Haushaltsplan der Stadt hervor, der am Mittwoch, 15. Januar, Gegenstand von Beratung und Beschlussfassung im Gemeinderat ist. Dabei kann sich an den Zahlen durchaus noch etwas ändern.

Ein Grund für den Verlust ist laut dem Vorbericht zum Haushalt die Umstellung der Regeln für die Führung von kommunalen Haushalten. Seit 2019 rechnet die Stockacher Kämmerei nach den Regeln der Doppik, zuvor galten die Regeln der Kameralistik. Und damit geht einher, dass eine Kommune die Abschreibungen auf ihre Investition erwirtschaften muss. Dieser Werteverzehr habe sich in den früheren Haushalten nicht so abgebildet, wie es nun der Fall sei, erklärt das Rechnungsamt in seinem Vorbericht. Laut dem Stockacher Haushaltsplan ergibt sich daraus eine zusätzliche Belastung von knapp 2,9 Millionen Euro, im Vergleich zu einem kameralen Haushalt unter gleichen Bedingungen.

Bei den Steuern rechnet die Stadtverwaltung für 2020 mit Mehreinnahmen von etwa 600 000 Euro im Vergleich zu 2019. Im Plan wächst der Posten von 22,1 Millionen Euro auf 22,7 Millionen Euro. Die Ansätze für Gewerbe- und Grundsteuer wachsen und auch bei den Gemeindeanteilen an Einkommen- und Umsatzsteuer rechnet man mit mehr Einnahmen als das im Jahr 2019 der Fall war. Doch auch Personal wird 2020 teurer werden. Der Ansatz für 2020 steigt auf 14,2 Millionen Euro (2019: 13,4 Millionen Euro).

Und auch 2020 hat sich die Stadt ein großes Investitionspaket vorgenommen. Der Haushaltsplan verzeichnet in diesem Bereich Ausgaben von etwa 11,5 Millionen Euro. Fürs Bauen plant die Kämmerei 5,6 Millionen Euro ein, für den Kauf von Grundstücken und Gebäuden 2,7 Millionen Euro. Prominente Posten sind laut dem Investitionsplan die Kapitalaufstockung fürs Krankenhaus von 1,2 Millionen Euro, die unter anderem mit dem geplanten Erweiterungsbau begründet wird, und 800 000 Euro für das geplante Parkdeck am Stadtgarten. All diesen Ausgaben stehen Einnahmen bei der Investitionstätigkeit von 9,1 Millionen Euro entgegen, zum Beispiel aus Verkäufen (Ansatz: 6 Millionen Euro).

Doch: Auch für 2019 hat das Rechnungsamt einen Verlust erwartet, in diesem Fall in der Größenordnung von fast zwei Millionen Euro. Kurz nach dem Jahreswechsel sieht das Bild besser aus. Erträge seien deutlich höher, Aufwendungen deutlich geringer ausgefallen als geplant. Doch es liegen noch nicht alle Zahlen vor. Die Kämmerei ist vorsichtig: Es könnten sich noch „erhebliche Abweichungen“ ergeben.

Die Gemeinderatssitzung beginnt am Mittwoch, 15. Januar, um 17 Uhr im großen Saal des Stockacher Rathauses.