Stockach Viel Andrang beim Rosenmontagsball

Der Maskenball in der Hohenfelshalle hat mehr Besucher als zuletzt – und somit ein Ball, der sich scheinbar gegen den Trend behaupten kann.

Was nachmittags beim Kinderball auffiel, gilt auch für den Rosenmontagsabend: Es ist sehr viel los beim Maskenball in der Hohenfelshalle in Liggersdorf. Das Publikum ist gut altersgemischt, man sitzt an den langen Tischen, steht an der Bar oder tanzt, sofern der Platz es zulässt, vor der Bühne. Viele Gäste sind als kleine Gruppen erkennbar. Vier Frauen, verkleidet im Stil der 1970er-Jahre, unterhalten sich neben vier Fischerinnen vom Bodensee, die sogar einen Schwan dabei haben. Gartenzwerge und Fußballfans sind auch vertreten. Ein DJ sorgt für die passende Musik, wenn nicht gerade Guggemusiken auftreten.

Die Hontes-Drudä-Geitscher sind zum ersten Mal hier. Seit 2000 gibt es die Gruppe, die heute mit 22 Aktiven und 99 Passiven recht groß ist und in Singen zu den ältesten Guggemusiken gehört. Die Stimmung in der Hohenfelshalle gefällt ihnen. Chef Stephen Gaubatz erzählt, dass die Musiker im Anschluss nach Eigeltingen fahren. "Wir machen immer zwei Hallen am Abend." Da lohnt sich dann auch der Schminkaufwand. Man erkennt es unter den bunten Gesichtern nicht, aber die Altersspanne der Gruppe umfasst nahezu 40 Jahre. Gaubatz wirbt: "Ab 16 darf man bei uns mitmachen. Wir nehmen jederzeit gerne Neue auf." Auch die kleine Besetzung des Musikvereins Nenzingen ist närrisch unterwegs. Dirigent Christian Senger sagt, sie kämen schon seit vielen Jahren her. "Wir suchen uns Veranstaltungen, wo was los ist und hier ist es immer wieder schön." Die 15 Musikerinnen und Musiker begeistern das Publikum, es wird getanzt.

Der Bio-Bauer mit seiner Gemüsekiste belegt den ersten Platz bei der Maskenprämierung. Unter den Masken steckten vier Mitglieder des Narrenvereins Durbestecher aus Sauldorf. Bild: Claudia Ladwig
Der Bio-Bauer mit seiner Gemüsekiste belegt den ersten Platz bei der Maskenprämierung. Unter den Masken steckten vier Mitglieder des Narrenvereins Durbestecher aus Sauldorf. Bild: Claudia Ladwig

Zu diesem Zeitpunkt hat Florian Zindeler seinen Helfer-Dienst schon hinter sich. Als Bürgermeister von Hohenfels sieht er sich als Bindeglied zwischen Gemeinde und Verein. Kraft Amtes ist er Zeremonienmeister der Kuhsattler und sitzt als Beisitzer im Vorstand. "Beim Feierabendhock habe ich dem Musikverein Bier gezahlt und durfte dafür einmal dirigieren", berichtet er lachend.

Fünf Gruppen von zwei bis 22 Teilnehmern haben sich zur Maskenprämierung angemeldet. Das Publikum entscheidet im Laufe des Abends über die Rangfolge. Der Bio-Bauer gewinnt in der Kategorie bis sechs Personen. Die fröhlichen Clowns setzen sich ganz knapp gegen die Kaffeeköniginnen durch. Seit 38 Jahren gibt es die Fasnachtsgruppe "Frohe Laune", die sich immer besondere Häser ausdenkt. Sie machen das aus Spaß an der Freude, beschreibt die Liggersdorfer Clownin Monika Braunwarth. "Wir versuchen, immer alle Häser zu besetzen. Wenn mal einer nicht kann, haben wir Ersatzläufer." Im Laufe der Jahre seien auch Jüngere aus dem Freundeskreis hinzugekommen.

Sie selbst hat lange die Maskenprämierung geleitet, die Aufgabe dann aber abgegeben, weil sie auch unterwegs sein wollte. Und das ist sie – mit viel Spaß und am vierten Abend in Folge. "Dieser Rosenmontagsball ist einer der letzten überlebenden. In den besten Zeiten hatten wir 20 Gruppen zur Prämierung hier", sagt sie. "Wir sind froh um jede Gruppe, die Lust hat, was zu machen." Dann setzt die Billafinger Tanzgruppe mit ihrem Charleston einen weiteren Glanzpunkt. Die acht Frauen sind von der schwarzen Perücke über das blauglitzernde Fransenkleid bis zu den Schuhen exakt gleich angezogen.

Das Finale bestreitet die Hohenfelser Guggenmusik Pille-Palle. Kuhsattler-Präsidentin Bettina Riester zieht ein positives Fazit der Liggersdorfer Fasnachtssaison: "Es herrscht eine schöne Stimmung. Seit langem ist der Maskenball wieder richtig gut besucht."

 

Maskenprämierung

  • Kleingruppe: 1. Platz: Bio-Bauer mit Bio-Kiste und dazugehörigem Gemüse. Dahinter stecken vier Mitglieder des Narrenvereins Durbestecher aus Sauldorf. Sie bekommen neben Geldgeschenk und Vesperkorb wie alle noch den Wanderpokal. 2. Platz: "Eskímos auf Reisen" mit mobilem Iglu. Hier zeigen sich fünf Mitglieder der Traubenriedgärtner aus Seelfingen. 3. Platz: Zwei Police-Girls aus Liggersdorf und Zoznegg, beide vom Lauftreff Hohenfels.
  • Großgruppe: 1. Platz: 22 zusammengewürfelte Clowns aus Heiligenberg, Meßkirch, Worndorf, Zizenhausen, Holzach, Liggersdorf. Sie erhalten ebenfalls einen Wanderpokal. 2. Platz: Acht Kaffee-Königinnen aus der Gemeinde Hohenfels. Über die Frauen des örtlichen Lauftreffs berichtete kürzlich auch die SWR-Landesschau. (wig)

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