Stockach-Deutwang Unterstützung für indische Frauen: Familie aus Deutwang besucht indische Hilfsorganisation

Die Familie wird einen Kurzfilm über die Reise im Palottiheim zeigen und berichten. Die Organisation Rescue Foundation in Delhi versucht, Frauen zu helfen, die zur Prostitution gezwungen werden

Anfang des Jahres kamen sie von ihrer ganz besonderen Reise zurück: Antje und Olaf Graf-Stanulla hatten mit ihren Kindern an der Einweihung eines Gebäudes der Rescue Foundation in Delhi teilgenommen. Ihr Sohn Johannes arbeitete vor Ort für diese Hilfsorganisation. Ihre Eindrücke haben sie in Fotos und einem Kurzfilm verarbeitet, die sie in den nächsten Wochen bei verschiedenen Gelegenheiten zeigen wollen.

In den Rotlichtvierteln Mumbais und Punas werden Tausende Mädchen und Frauen unter unvorstellbaren Bedingungen zur Prostitution gezwungen. Die Rescue Foundation, die unter anderem von der Partnerorganisation Bono-Direkthilfe unterstützt wird, kämpft seit 1997 gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Sie hilft den Opfern mit Rettungseinsätzen, bei denen sie befreit und im Anschluss medizinisch und psychologisch betreut werden.

Mädchen stehen im Fokus

Das Gebäude für 100 Mädchen wurde an Silvester eingeweiht. „Auf den letzten Drücker wurden die letzten Handwerkertätigkeiten noch ausgeführt“, berichtet Graf-Stanulla. Rund 30 Mädchen, die von Unterkünften der Organisation in Mumbai und Boisar zur Einweihung gekommen waren, präsentierten ein buntes Programm mit Tänzen und Yoga. Die vielen Gäste aus dem In- und Ausland (Deutschland, Schweiz, USA, Japan) sahen ziemlich beeindruckende Darbietungen der Mädchen, die zum Teil ihre eigene Geschichte spielten.

Olaf Graf-Stanulla fasst zusammen: „Indien ist ein Land der extremen Unterschiede und unglaublichen Gegensätze. Es herrscht eine hohe Verschmutzung und Luftverschmutzung in Delhi. Das Land ist einerseits hochentwickelt und es gibt viele Reiche, andererseits erlebt man eine unglaubliche, bodenlose Armut.“ Sie hätten während ihres Aufenthalts viele liebe und interessante Menschen kennengelernt, eine Stadt, in der man einfach keinen Urlaub macht und eine Baustelle, die eher einem Abenteuerplatz glich.

Am kommenden Sonntag, 18. März, stellen sie das Projekt der Rescue-Foundation im Solidaritäts-Gottesdienst in St. Oswald vor. Das dauere nur wenige Minuten, sagt Graf-Stanulla. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen im Palottiheim gibt es mehr Informationen und der entstandene Kurzfilm wird gezeigt

Weitere Termine sind für Mittwoch, 11. April, um 19.30 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus in Deutwang und Samstag, 21. Aoril, um 20 Uhr im Café Sonnengold in Zoznegg geplant. Auch dort wird Olaf Graf-Stanulla mit Kurzfilm und Fotos von seinen Eindrücken aus Delhi und Rishikesh berichten.

Die Philosophie

Der Name Bono geht zurück auf das lateinische Wort „bonum“, das Gute. Die Bono-Direkthilfe hilft Menschen, die akut in Not sind und niemanden haben, an den sie sich wenden können. Die Hilfsorganisation setzt sich für Kinder- und Frauenrechte ein. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Kampf gegen Menschenhandel und Zwangsprostitution. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen sorgt sie dafür, dass Menschen in den Projektländern gerettet, geschützt und über Menschenhandel informiert werden, fördert die Bildung sozial benachteiligter Kinder und Jugendlicher und leistet Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland. Sie verspricht: „Wir unterstützen nur Projekte, die wir persönlich kennen und garantieren so direkte und unbürokratische Hilfe.“ (wig)

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