Stockach sei lebenswert, doch Anja Schmidt fehlen die Visionen für die Innenstadt. Das sagte die Inhaberin vom Modewerk als stellvertretende Vorsitzende des Gewerbevereins HHG (Handel, Handwerk und Gewerbe) beim zweiten Unternehmertreff. Im Gewerbeverein bündeln Stockachs Unternehmer ihre Kräfte, aktuell öffnet sich der Verein aber nach außen und stellt Strukturen sowie den Vereinsnamen in Frage. Dies spiegelte sich auch beim Unternehmertreffen bei Fensterbau Wurst im interkommunalen Gewerbegebiet Blumhof: Anwesend waren neben HHG-Mitgliedern auch andere Unternehmer aus Stockach und der Umgebung, um sich auszutauschen.

Gerd Wurst lud mit Siegfried Endres, Anja Schmidt und Rüdiger Mahl (von links) zum zweiten Unternehmertreff in sein Unternehmen. .Bild: Susanne Schön
Gerd Wurst lud mit Siegfried Endres, Anja Schmidt und Rüdiger Mahl (von links) zum zweiten Unternehmertreff in sein Unternehmen. .Bild: Susanne Schön

Da die Verwaltung zur gleichen Zeit verdiente Mitarbeiter ehrte, ergriff Bürgermeisterstellvertreter Roland Strehl das Wort. "Die Stadt kann sich nur weiterentwickeln, wenn sich alle Sparten wie Verwaltung, Vereine und Wirtschaft weiterentwickeln." So sehen es auch die Mitglieder des HHG, wie die zweite Vorsitzende Anja Schmidt bestätigte. Der HHG könne das nicht alleine leisten. Utz Geiselhart vom Handelsverband Südbaden fasste die Entwicklungen im Handel mit den Worten "Ergebnis braucht Erlebnis" zusammen. Die Kunden würden durch den Onlinehandel bequemer. Um sie wieder in die Innenstädte zu locken, brauche es innovative Ideen. Die Frage sollte lauten: "Warum soll ein Kunde bei mir und an meinem Standort einkaufen?"

Siegfried Endres, Claudia Heitzer, Rüdiger Mahl und Anja Schmidt (von links) brachten ihre Ideen für mögliche Entwicklungen von Stockach als Wirtschaftsstandort ein. .Bild: Susanne Schön
Siegfried Endres, Claudia Heitzer, Rüdiger Mahl und Anja Schmidt (von links) brachten ihre Ideen für mögliche Entwicklungen von Stockach als Wirtschaftsstandort ein. Bild: Susanne Schön

Für Gastgeber Gerd Wurst war klar: "Du bist gut, wenn du dafür brennst." Seiner Erfahrung nach wünschen sich die Kunden Marken. Er war sich sicher, nach einer "Ist-Aufnahme" könne man entdecken, dass noch viel mehr machbar sei. "Wir brauchen eine klare Strategie!" Doch in manchen Bereichen sei es auch schwer, Mitarbeiter zu finden. Anja Schmidt und Rüdiger Mahl stellten die Ideen des HHG vor. "Der HHG ist im Umbruch. Wir wollen zur Interessenvertretung für alle Unternehmer werden." Die Schulleiterin der Berufsschule Claudia Heitzer lobte die Zusammenarbeit und forderte: "Jetzt müssen den Worten und Ideen Taten folgen!"