Der Wahlkampfauftritt der Alternative für Deutschland (AfD) am Samstag, 6. April, im Bürgerhaus Adler Post wirft seine Schatten voraus. Unbekannte haben Schmierereien an die Fassade und die Fenster des Bürgerhauses gesprayt. Mit einer eindeutigen Nachricht in Richtung AfD. In schwarzen Lettern steht dort unter anderem geschrieben: "Kein Raum für AfD".

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Wie der Leiter des Stockacher Polizeireviers Gerhard Buchstab auf Nachfrage des SÜDKURIERS mitteilte, sind die Schmierereien in der Nacht von Dienstag und Mittwoch angebracht worden. Die Stadt Stockach habe in der Zwischenzeit bereits eine Anzeige aufgegeben, so Buchstab. "Da es sich dabei offenkundig um eine Aktion mit politischem Hintergrund handelt, hat das Dezernat Staatsschutz der Kriminalpolizei in Friedrichshafen die Ermittlungen gegen Unbekannt aufgenommen", sagt Gerhard Buchstab. Hinweise zu den möglichen Tätern oder ob die Schmierereien im Zusammenhang mit der bereits angemeldeten Gegendemonstration des Offenen antifaschistischen Treffens Konstanz stehen, sind bei der Stockacher Polizei derzeit noch keine eingegangen.

Auch Schlüssellöcher wurden verklebt

Die Schmierereien sind indes nicht die einzige Beschädigung der Adler Post. Wie Gerhard Buchstab weiter mitteilt, wurde von den Unbekannten Tätern auch versucht, die Schlüssellöcher mithilfe von Schnellkleber zu verschließen. "Die Veranstaltung am Samstag wird allerdings nicht in Frage gestellt", so Buchstab weiter. Stefan Keil, Leiter des Kulturamtes, konnte die entstandenen Schäden noch nicht beziffern. Zu der Tat selbst hat er aber eine eindeutige Meinung: "Man kann immer anderer Meinung sein und diese kundtun – dafür stehen unsere demokratischen Werte. Aber bei Sachbeschädigung hört es auf!" Dies führe auch nicht zum gewünschten Ergebnis. Er gehe deshalb davon aus, dass die Veranstaltung durchgeführt werden kann.

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Im Internet kursiert ein anonymes Bekennerschreiben, in dem die Täter die Beschädigung der Adler Post zugeben. Die Täter nennen dort als Gründe: "Wer der rassistischen und menschenfeindlichen "Alternative für Deutschland" die Möglichkeit gibt, Veranstaltungen abzuhalten, muss mit Konsequenzen rechnen. Egal ob unter privater – oder wie in Stockach städtischer – Hand, gilt: Keine Bühne für die AFD!"